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Weihnachten & Silvester in der Markthalle

Weihnachten & Silvester in der Markthalle

Wir sind für Euch da. Und weil wir all die Konstellationen und Kollisionen kennen, die sich gemeinhin Alltag nennen, machen wir es Euch zumindest diesbezüglich leicht: Unser Weihnachtswochenmarkt ist an Heiligabend von 9–15 Uhr für Euch geöffnet. Für die Gans, die Äpfel zum Stopfen und die Butter zum Glasieren. Für kulinarische Geschenke, die wie die Liebe durch den Magen gehen.

Am 25. und 26. Dezember machen auch wir Weihnachtsferien – die Halle bleibt geschlossen. Deshalb gibt am 26. Dezember auch keinen Street Food Thursday.
Vom 27.–30. Dezember hat die Halle normal geöffnet.
Einige Händler machen Weihnachtsurlaub – am besten Ihr fragt bei den Händlern Eures Vertrauens nach den Öffnungszeiten.
Am Dienstag dann, dem 31. Dezember, gibt es einen Silvester-Wochenmarkt von 10-14 Uhr.

Am 1. Januar bleibt die Halle geschlossen.
Wir wünschen Euch schöne Feiertage!

Es war einmal ein Qualnussbaum

Es war einmal ein Qualnussbaum

Nein, keine Sorge, so harte Nüsse, wie die Nuss Krakatuk hat unser Naschmarkt Nussknacker nicht zu knacken. Dass es aber durchaus Nüsse gibt, an denen man sich die Zähne ausbeißt, haben wir vor wenigen Wochen bei einem Ausflug gemeinsam mit einigen Naschmarkt-Produzent*innen zur Walnussmeisterei von Vivian Böllersen erfahren. Den Qualnussbaum nennt Vivian einen der Bäume, den sie in einem Brandenburger Garten gefunden hat. Und das zu Recht, möchte man rufen! Unglaublich schwer zu knacken, sind diese Qualnüsse bis plötzlich sowohl Schale als auch Kern in tausende Stückchen zerspringen. Gemeinsam mit Studenten der HNE Eberswalde hat sich Vivian auf die Suche nach lokalen Walnussbäumen gemacht – 315 private Walnussbäume haben sie gefunden und bestimmt. Doch Nuss ist nicht gleich Nuss. Damit Ihr Euch an Weihnachten nicht zu quälen braucht, bringt sie zum Naschmarkt Nüsse mit, die Ihr mit einem Knacks und Habs naschen könnt. Denn tatsächlich gehört die "gute Knackbarkeit", neben dem Ernteertrag, der Eignung für das vergleichsweise raue Brandenburger Klima und natürlich dem Geschmack, zu den Kriterien nach denen Vivian die Bäume für ihren Walnusshain inmitten der Veltener Luchwiesen ausgewählt hat. 200 Walnussbäume in über 30 verschiedenen Sorten hat sie seit 2016 dort gepflanzt. Darunter die spektakulär schöne "Rote Donaunuss" oder die milde "Milotai 10", die sich – man staune – geradezu leichthändig knacken und von der Schale lösen lässt. Bis allerdings die doch sehr zierlichen Bäume Früchte tragen, wird es noch zwei, drei Jahre dauern. Bis dahin sammelt Vivian Nüsse von befreundeten Betrieben aus ganz Deutschland. Wer doch lieber geduldig den Nüssen beim Wachsen zusehen möchte: Vivian vertreibt auch veredelte Jungbäume und berät bei der Standort- und Sortenauswahl für den Walnussbaum im eigenen Garten.
Und alles, was Ihr darüber hinaus schon immer über Walnüsse wissen wolltet, erfahrt Ihr am 8. Dezember um 15 Uhr in unseren Naschlabor auf dem Merry Naschmarkt.

Ausflug Vivian Böllersen_28.10.2019-13.jpg

Wo die wilden Reben wurzeln

Wo die wilden Reben wurzeln

Der Boden macht den Wein. Und der möglichst naturnahe Umgang damit. Hierzulande, in der Heimat des fruchtbetonten Weingeschmacks, haben wir lange gebraucht, um uns zu dieser Erkenntnis zu schmecken. Inzwischen schmeckt uns der Wein wieder rau. Womit wir zur Raw Wine Berlin kommen, der weltweit bedeutendsten Naturwein-Zusammenkunft, die an diesem Sonntag und Montag beinahe 160 Weinbäuer*innen in unserer Halle versammeln wird. Frank John beispielsweise, den Graswurzelpionier aus der Pfalz, Biodynamiker, Demeter-Winzer und einer, der in den Weinbergen sehr viel Zeit verbringt und im Keller verhältnismäßig wenig. Oder der Meinklang-Hof (Bild) am Neusiedler See, ebenfalls ein Demeterbetrieb. Auf dem die Familie, typisch für ein die ursprünglichen Bauernhöfe des Burgenlands, nicht nur Wein anbaut, sondern auch Landwirtschaft betreibt und eine Angus-Aubrac Rinderherde hält, deren Mist den Weinberg düngt und damit den Kreislauf schließt. Und wo ein Weinkeller voller Betoneier dafür steht, wie klar und unverstellt, die handgelesenen Trauben später in die Flasche kommen. Es ist ein 70-Hektar-Betrieb und damit Beleg dafür, dass der bio-dynamische Gedanken auch im Großen funktioniert.
Oder Peter und Chris Pelzer, die in ihrem Wein-, nun ja, Hügel, im holländischen Limburg noch einen Schritt weitergehen und auf den Einsatz von im Bioanbau zwar erlaubten, in hohen Dosen aber schädlichem Kupfer als Fungizid verzichten. Ihr Ziel ist eine regenerative Landwirtschaft weit über ihre drei Hektar hinaus, die den Boden regenerieren, ja revitalisieren, soll – mittels Kompost, den sie auch anderen Landwirt*innen zur Verfügung stellen. 
Was genau die biodynamischen Weine so besonders gut macht, das lässt sich am besten erschmecken. Es kann gut sein, dass es mit dem respektvollen Umgang der Winzer*innen mit ihren Reben und den Mikroorganismen im Boden, die sie nähren, zu tun hat. Wer also nicht bloß Marken schmecken möchte, sondern den Wein in seinem Mark, sei hiermit ganz herzlich der historische Boden unsere Halle empfohlen.

Very merry

Very merry

Seit Freitag steigt einem der Duft gerösteter Maronen, Nelken, Zimt und Tannenzweigen in die Nase, schwingt die große Tür zur Markthalle auf. Übernacht hat sich unser Wochenmarkt in einen Weihnachtsmarkt verwandelt und ist just, nun ja, very merry. Ein kulinarischer Weihnachtsmarkt, der eines eben gerade nicht ist: ein blinkendes Plastik-Wunderland. Dafür aber voller handwerklicher Produkte aus kleinen Manufakturen. Vom handgemachten Stollen zu handgemachter Keramik, von Naturkosmetik zum Naturwein. Von der gusseisernen Pfanne, die so einiges an Hitze abkann zu untemperierter Schokolade, die Ihr Euch am besten sofort auf der Zunge zergehen lasst. Gute Ideen mit langer Halbwertszeit – oder, na gut, kürzerer, wenn Ihr erst eben jene Schokolade von Holger in't Veld oder die gebrannten Mandeln von Rosa Canina in den Händen haltet. Ideen zum Essen, zum Anrichten und Einrichten, zum Anziehen und sich Herausputzen. Zum Verschenken. Dinge, die das Leben schöner machen.
Weil aber nicht alles für immer ist, könnt ihr bei uns am 7.,14. und 21. Dezember euren Weihnachtsbaum für die Festtage mieten und im Januar zurückbringen, damit er wieder eingepflanzt wird.

Am Samstag, den 14. Dezember, um 15.30 Uhr haben wir den Chor Singing in the City und am Sonntag, 15. Dezember, um 16.30 Uhr den Icelandic Choir Berlin zu Gast auf der Tribüne in der Mitte der Halle.
Am Sonntag, den 15. Dezember, könnt Ihr außerdem im Rahmen des Stil in Berlin Warm Ups von 10–16 Uhr Wintersachen für Bedürftige spenden.

TERMINE

Freitag 29.11. + Samstag 30. 11. 
Freitag 6. + Samstag 7.12.
Freitag 13. + Samstag 14.12. + Sonntag 15.12. 
Freitag 20. + Samstag 21.12. + Sonntag 22.12. 

ÖFFNUNGSZEITEN

Freitags 12–18 Uhr, samstags & sonntags 10–18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Für alle, die von Spekulatiusduft und gebrannten Mandeln nicht genug bekommen können, gibt’s einen ganz besonders süßen 2. Advent: Den Merry Naschmarkt am 8. Dezember!

Die ganz großen Trekker

Die ganz großen Trekker

Ja, war denn schon der 18. Januar? Nicht ganz, aber dieses Jahr 2019 ist eben eine Zeit, in der nicht mehr nur jene Landwirt*innen auf die Straße gehen, die für eine Agrar- und Ernährungswende kämpfen. Am vergangenen Montag kamen stattdessen rund 5000 vorwiegend konventionell angetriebene Bauern samt ihrer Landmaschinen nach Berlin. Dass indes durchaus auch Biobetriebe dem Aufruf der Initiative „Land schafft Verbindung“ gefolgt waren, zeigt mindestens, dass das mit dem Schwarz und dem Weiß so einfach nicht ist. Und dass einer der ältesten Berufsstände, der mehr als viele andere auch eine Berufung ist, tatsächlich in seiner Existenz gefährdet ist. Ingmar Jaschok, der Hofhuhn-Blogger, hatte dazu kurze, gute und abwägende Worte gefunden.
Und doch fallen Parallelen auf. Der Bergbau, die Automobilindustrie: Immer wieder wird von der Branchenlobby, den Bundes- und Landesregierungen, aber auch den Gewerkschaften gefordert, den Status Quo so lange durch zu subventionieren, bis die Karre oder eben der Traktor vor die Wand gefahren ist. Dabei wäre es so dringend in Wandel – und ja, damit auch Ungewissheiten – jenseits von Drohnen und immer noch mehr Großställen zu investieren. Denn ja, auch das Konzept und mithin die Ethik einer Lebensmittel- und Lebensmittelkulturplattform wie der Markthalle Neun glaubt ganz unbedingt an den unabhängigen landwirtschaftlichen Betrieb. Also auch unabhängig von Bayer-Monsanto. Und so konnte man den Eindruck bekommen, dass diese Bauern mit falschen Forderungen nach Berlin gekommen sind. Anstatt mehr Zuschüsse für ein umwelt- und klimafreundliches, sprich zeitgemäßes, Wirtschaften zu fordern, soll doch alles so bleiben, wie es einmal war.
Eines aber obliegt tatsächlich uns Konsument*innen: Mit Landwirt*innen ins Gespräch zu kommen und sich des beiderseitigen wirklichen Interesses zu versichern. Wertschätzung für ihre Arbeit zu zeigen – im persönlichen Austausch wie auch finanziell. Wahr ist aber auch: In so manchem Betrieb, der größtenteils nur noch Energiemais für Biogasanlagen oder Futterpflanzen für die Massentierhaltung produziert, ist direkter Kontakt kaum mehr vorgesehen.

(Foto: Soeren Stache)

Chili bei die Fische

Chili bei die Fische

Das Grundsätzlichste zuerst: In unserer Halle gibt es wieder einen Fischstand. Schließlich ist der für das Selbstverständnis einer Markthalle so elementar wie ein Bäcker oder eine Fleischerei. Mehr noch: Sogar einer der letzten verbliebenen Einzelhändler der Eisenbahnhalle war damals ein Fischhändler. Nun haben wir einen Fish Klub. Und weil zu einer Markthalle, spätestens in Frankreich, Spanien oder Portugal, immer auch die frischen Austern gehören, könntet Ihr diesen Fish Klub auch als Oysterklub kennen, dem lecker-lässigen Austern-Popup von Margaux Friocourt. Mit dem Fish Klub macht sie nun dort weiter und sie macht noch viel viel mehr. Es geht um beste Produkte, ob Makrele oder Krabbe. Und es geht um eine hervorragende Fischküche, für die man sich einen alten Bekannten vom Street Food Thursday in den Fischkutter geholt hat: Daniel Lambert, dessen thailändsiches BBQ Khwan auf der RAW-Gelände als vibrierender, vollmundiger Ort Furore gemacht hatte. In der Markthalle macht er jetzt so scharfe wie vollmundige Fisch-Gerichte, seine thailändische Tom Yum Suppe etwa, die im besten Sinne die Welt umarmen und vor allem Lust auf eines machen: Meer.

Fish Klub in der Markthalle Neun
Donnerstag 12–22 Uhr, Freitag 12–18 Uhr, Samstag 10–18 Uhr