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Willkommen Kantine Zukunft!

Willkommen Kantine Zukunft!

Currywurst aus Massentierhaltung? Weicher Nudeleintopf? Was gab es bei Eurem letzten Krankenhausbesuch zu Essen, woher kommt das Gemüse in der Betriebskantine, und schmeckt Euren Kindern der Mittagstisch in der Schule?

Eines ist klar: Von der KiTa bis zum Seniorenheim, von der Firma bis zur Freizeiteinrichtung, von der JVA bis zum Krankenhaus – überall speisen Berliner*innen in der Kantine. Und besonders gut und gesund ist das Essen selten.  Genau hier wird die Kantine Zukunft ansetzen und die Speisepläne gemeinsam mit den Küchen-Teams weiterentwickeln – individuell und sehr praktisch an der Kippbratpfanne und Schälmaschine. Seit einigen Monaten hat die Arbeit begonnen mit Pilotprojekten und den Köch*innen der Berliner Wasserbetriebe, BSR und BVG oder einer Kreuzberger KiTa. In den nächsten Jahren werden viele weitere Berliner Kantinen folgen. Die Kantine Zukunft Berlin ist ein zentraler Baustein einer Ernährungsstrategie für Berlin, das als erstes Bundesland in Deutschland dieses wirkungsvolle Instrument einer städtischen Ernährungspolitik entwickelt hat und seit 2019 umsetzt. Das Ziel ist ein nachhaltigeres urbanes Ernährungssystem, von dem alle Berliner*innen profitieren.

Wir sind froh, nun endlich einen institutionellen Bildungsträger in der Markthalle zu haben. Im August hat das Team um Philipp Stierand und Patrick Wodni seine Büros hier bezogen, Ende des Jahres werden die Schulungsküche und Seminarräume fertiggestellt sein. Unser Ziel ist es, dass diese Infrastruktur perspektivisch auch für weitere Bildungsangebote genutzt wird, nicht zuletzt für die Nachbarschaft.

Foto: Anika Mester

Kochschule Neun

Kochschule Neun

Mercimek Köftesi, Joghurtsuppe, das Mehrgenerationenhaus und 12 Senior*innen haben diese Woche den Auftakt unserer (neuen) Kochschule Neun gemacht! In den letzten Monaten haben unsere Köpfe und Töpfe gedampft, wir haben Pläne umgeschmissen und neue geschmiedet. Lange haben wir überlegt, was wir in den kommenden Monaten veranstalten können, wenn schon keine Großveranstaltungen. Und wir freuen uns, jetzt endlich loszulegen. Wir werden Brötchen backen, Butter schütteln, Pasta selber machen, fermentieren, in die Geheimnisse der Ratatouille eingeweiht, anatolisch, indisch und sardisch kochen, neue Menschen und neue Küchen kennenlernen. Mittelfristig ist es unsere Vision in der Markthalle ein breites Bildungsprogramm zu schaffen. Denn wir sehen Ernährungsbildung als elementar an, um eine nachhaltige Ernährungswende umzusetzen: Nur wenn wir die Zusammenhänge unseres Lebensmittelsystems besser verstehen – vom Korn bis zum Brot, vom Saatgut bis zum Teller – wenn wir von Klein an Kochen und gute Lebensmittel (lieben) lernen, können wir gemeinsam einen positiven Wandel voranbringen. Ganz konkret haben wir bis Ende des Jahres über 40 Veranstaltungen geplant – wöchentliche Kinderkochkurse mit Kreuzberger Grundschulklassen, interkulturelle Kochkurse mit Vereinen und sozialen Trägern aus der Nachbarschaft und unsere monatliche öffentliche Marktküche mit Köch*innen aus der Halle.
Die erste Marktküche findet bereits kommenden Montag statt! Und zwar mit Philipp von SoulSpice – und wie der Name verrät: Es geht um Gewürze! Lust dabei zu sein? Ein paar Plätze gibt es noch, meldet Euch einfach hier an! Wir sehen uns in der Kochschule!

Die "Kochschule Neun" wird im Rahmen der Ernährungsstrategie der Stadt Berlin von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gefördert und ist für alle Teilnehmer*innen kostenfrei. 

Auf die Straßen!

Auf die Straßen!

Der Sommer ist zurück! Und mit ihm eine gewisse Leichtigkeit nach all der Schwere der letzten Monate. Das bunte Leben kommt zurück in die Halle, die Tische füllen sich und es stapeln sich die Teller. Die Masken sind lange schon Teil unseres Alltags, nur dass wir jetzt auch wieder ein Lächeln drunter durchblitzen sehen. Mit der Rückkehr des Sommers kommt auch die Lust auf Sonne im Gesicht, Glas in der Hand und Bierbänke im Freien. Die großartige Aktion “XHain is(s)t draußen” des Bezirks macht's möglich: Ab jetzt verwandeln sich jedes Wochenende die Parkplätze vor der Markthalle in einen kleinen Biergarten. "Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bietet aufgrund der aktuellen Lage Gewerbetreibenden, Einzelhandel und sozialen Projekten an, Tische, Stühle und Auslagen temporär auf das Straßenland zu verlagern". Das haben sich einige unserer Gastronom*innen nicht zwei mal sagen lassen und haben sich die Biergarnituren geschnappt: Auf der Pücklerstraße findet ab diesem Wochenende immer freitags & samstags italienischer Aperitivo mit der Salumeria Italiana statt. Es gibt Friselle, Antipasti, Wein und Spritz zum kleinen Glück. Auf der anderen Seite, auf der Eisenbahnstraße, veranstalten Big Stuff Smoked BBQ und das Kaffee9 immer freitags & samstags bis Ende August von 18 - 22 Uhr ein BBQ-Dinner - am Sonntag von 10 - 15 Uhr gibt es ein köstliches Brunch Pop Up! Big Stuff heizen ihren Smoker in der Halle an und servieren ein paar ihrer Klassiker und neue Kreationen: geräucherte Snacks, deviled eggs, italienischen Panzanella mit Büffelmozzarella oder geräucherter Makrele und ihre berühmten BBQ-Platten - mit zart gegartem Fleisch, Fisch und Gemüse. Am Sonntag dann die frühstückliche Version des Ganzen – natürlich auch vegetarisch. Das Kaffee9 zapft passend dazu frisches Craft-Bier von Heidenpeters  und Motel vom Fass und mixt süffige Coffee-Drinks und Spritz!
Wie Christian Drosten so schön sagte: jetzt gilt es das Leben nach draußen zu verlagern! Insofern: Kommt raus und genießt den Sommer mit uns!

Das kulturelle Erbe unseres Essens

Das kulturelle Erbe unseres Essens

Das Smells Like Collective ist eine 2018 gegründete Berliner Gemeinschaft von BIPOC (Black, Indigenous, and People of Colour), die ihre Identität und Esskultur zelebriert, zu ihren eigenen Bedingungen. "Wenn du über Essen und Kochen sprichst, macht das direkt eine Tür auf. In dir und zu jemandem". Ein Gespräch mit Daeng, Elena und Namareg vom Smells Like Collective über Respekt, Rassismus und Stolz.


Wie kam es zu dem Namen des Kollektivs?

Daeng: "Du riechst nach Curry, nach Frittierfett, nach Knoblauch! Fast jede/r von uns hat diese Erfahrungen in seiner Kindheit gemacht, jede/r kennt diese Geschichten. Ausgegrenzt zu werden wegen des Geruchs des Essens, das wir täglich mit in die Schule brachten, wegen unserer Lunchbox, wegen des eigenen Geruchs – dem Geruch aus der Küche unserer Mütter, die das Essen aus unserer Heimat kochen. Ich wünschte, ich hätte das nicht erfahren müssen, aber zu wissen, dass man nicht alleine ist mit den Erfahrungen, mit dem Trauma, nimmt die Scham. Gemeinsam zu kochen und zu essen, uns unsere Identität wieder anzueignen und stolz zu sein auf die eigene Kultur – das war die Idee mit der Kavita damals zu mir kam. Mit dem Wunsch etwas zu kreieren, was der BIPOC Community Stolz und Würde zurückgibt."


Was bedeutet das Kollektiv für euch?

Elena: "Für mich bedeutet das Kollektiv Geborgenheit. Hier muss ich mich nicht erklären".

Daeng: "Eine große erweiterte Familie. Auch wenn immer wieder neue Leute dazukommen, das Essen und seine Geschichten, verbindet uns alle."

Namareg: "Grenzenloser und direkter Support. Du fragst und jemand hilft dir. Egal ob es um Bürokratisches geht, um die Organisation eines Events, Pop Ups oder um einen Rat – du bekommst Unterstützung – emotionale und ganz praktische. Wir teilen Erfahrungswerte und Wissen, das ist so wertvoll."

Aus ursprünglich 5 Gründungsmitgliedern ist inzwischen ein Kollektiv von 60 Menschen geworden. Spürt ihr eine große Nachfrage?

Elena: "Ich treffe immer wieder Menschen, die das Bedürfnis haben, Teil von so einer Gemeinschaft zu sein. Ich wünsche mir, dass jede Person, die Smells Like braucht, zu uns findet und Teil des Kollektivs wird und unseren Zusammenhalt spürt."

Wie hat sich das Kollektiv in den letzten Monaten entwickelt? Wie kam es zu eurem Mini Market?

Daeng: "Mit dem Lockdown und den damit verbundenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer-Maßnahmen, konnte man ziemlich schnell sehen, wer an der unteren Ende der Ernärhungskette ist. Das ist die BIPOC community. Das sind die nicht Registrierten in den Küchen, die, die am Herd oder an der Spüle stehen ohne richtige Verträge. Die werden nicht vom Staat unterstützt und wurden nicht aufgefangen durch Rettungsfonds. Viele aus unserem Kollektiv sind auch selbstständig und hatten Pop Ups geplant, die gecancelled werden mussten. All die waren hart betroffen. 

Aber eines unserer Ziele als Kollektiv ist es auch, uns unbürokratisch zu helfen und gegenseitig zu unterstützen. Während der Lockdown Zeit hat es sich für mich nicht gelohnt mein kleines Restaurant aufzumachen . Das heißt, da war plötzlich ein Raum, der leer stand. Warum nicht diesen leeren Raum umnutzen für ein kleines Zentrum, das uns allen dient? Und so kam es zum Smells Like Mini Market! Im Endeffekt hatten wir 15 Produzent*innen, die ihre Produkte verkauft haben – von Kimchi, Curry Pastes bis Kaya Kokusnussmarmelade. Und darüber hinaus war es ein toller Treffpunkt, in dieser Zeit, in der man so wenig Menschen sah. Wir konnten uns austauschen und Essen tauschen."

Elena: "Das war wirklich eine sehr schöne Erfahrung! Durch diesen Markt und den Ort, wo wir Ideen austauschen konnten und unsere Produkte herstellen konnten, war uns schnell ausgeholfen. Aber das Positive war vor allen Dingen die gemeinschaftliche Art das anzugehen."


Welche Forderungen habt ihr an die Gastronomie?

Daeng: "Ich wünsche mir, dass Arbeitgeber*innen sich selbst hinterfragen. Warum ist es der Schwarze Mensch, der bei mir an der Spüle steht? Fällt es mir leichter, der Schwarzen Person einen geringeren Lohn zu zahlen? Als Arbeitgeber*in ist es in meiner Macht Menschen Möglichkeiten und Angebote zu schaffen in Legalität zu leben. Wenn ich der Person einen festen Vertrag gebe, Sozialabgaben zahle und somit eine Aufenthaltsberichtigung ermögliche, kann sich daraus auch eine Karriere jenseits der Spüle entwickeln."

Namareg: "Hör auf zu reden und handle, schaffe Raum für alle Menschen. Respektiere, dass du kein Experte bist, nur weil du zwei Bücher über eine Küche gelesen hast oder das Land bereist hast. Diese kolonialisierte Denkweise muss aufhören, sie ist respektlos."

Elena: "Zur Gastro gehören für mich auch die Gäste. Am Tisch fängt es an. Wie spreche ich über Essen, das ich nicht kenne? Wie kommentiere ich es ohne den kulturellen Hintergrund zu kennen? Was ist eigentlich authentisch und was ermächtigt mich das zu beurteilen? Wenn es zu Lebensmitteln kommt, gibt es sehr viel Interesse an Achtsamkeit und Regionalität; an einer Auseinandersetzung mit den Zutaten unseres täglichen Essens, der Herkunft der Produkte, die wir essen. Warum können wir dieses Interesse nicht auch auf die kulturellen Geschichten der Gerichte, die wir essen, ausweiten?" (Elena).


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Wer das Kollektiv unterstützen mag, kann sich hier auf ihrer Seite über Veranstaltungen, Pop Ups und Artikel von Mitgliedern ihrer Gemeinschaft informieren. Hier außerdem ein großartiges Kochbuchprojekt von britischen Köch*innen mit Migrationshintergrund mit dem Namen "Community Comfort", in dem auch Mitglieder des Smells Like Collective involviert waren.
Wer sich noch weiterbilden will: Hier ein interessanter Beitrag des Goethe Instituts zu dem Thema, welche (post-)kolonialen Strukturen und Formen kultureller Aneignung in unserem Essen stecken – und was wir für die Zukunft mitnehmen können und hier ein Artikel des Time Out Magazines zum Thema "authentisches" Essen und warum die Verwendung des Begriffs schwierig ist.

Street Food Thursday kommt zurück!

Street Food Thursday kommt zurück!

Seit nun sieben Jahren verwandelt sich die Markthalle Neun jeden Donnerstag in einen multikulturellen, duftenden und dampfenden Street Food Markt. In den letzten Monaten hat sich die Welt ganz schön gewandelt und wie so vieles hinterfragt und neugedacht wurde, kommt auch der Street Food Thursday verwandelt zurück – mit neuem Gesicht!

Ab jetzt verschmelzen Street Food und Wochenmarkt zu einem und werden ein Abendmarkt. Unsere Obst- & Gemüsestände, unsere Metzgerei, Bäckereien und Käsestände bleiben bis in die späten Stunden geöffnet und ermöglichen den Wochenmarkteinkauf für Nachtschwärmer*innen. 
Und nicht nur wir haben in den letzten Monaten gebacken, gekocht und fermentiert: Die Vorratskammern unserer Street Food Händler*innen sind bis zum Rand gefüllt, weshalb sie zum ersten Mal die Zutaten und Produkte, die ihre Gerichte ausmachen, auf den Markt bringen: Geheimzutaten und Lieblingsprodukte aus aller Welt wie koreanisches Kimchi, marrokanische Salzzitronen, Pickles & Salsas, türkisches Halva und brasilianisches Dulce de lece.

Und, eh klar: Zum neuen Gesicht gehören selbstverständlich Masken – denn Sicherheit geht vor. Wir sorgen für ausreichende Lüftung, Desinfektion und die Möglichkeit, Euer Essen nicht nur bei uns, sondern auch in Eure eigenen vier Wände als take-away mitzunehmen. Es werden nur begrenzt Besucher*innen in die Markthalle gelassen und auch die Marktstand-Anzahl ist reduziert, aber natürlich nicht die Qualität. 

Am 23. Juli ist es soweit und ab dann wieder jeden Donnerstag von 17- 22 Uhr!

Wir freuen uns auf Euch!

Señor Lehmann

Señor Lehmann

Seit März ist das Markthallen Restaurant geschlossen, nun öffnen sich seine Tore wieder für ein einmonatiges Pop Up von Eddielicious und unserer Hallen-Brauerei Heidenpeters! Puebla - Wolfsburg - Kreuzberg – die Geschichte dreier Städte, zweier Männer, eines Restaurants und einer Brauerei. Johannes und Eddie kennen sich seit Jahren, um genau zu sein aus den Abi-Jahren in Wolfsburg – dass sie sich Jahre später statt Schulbank eine Theke teilen, hätte wohl keiner von beiden gedacht.