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Mercato Italiano

Mercato Italiano

Italien, das Land, wo die Zitronen blühen? Wisst ihr wirklich, woher die Produkte kommen, die ihr probiert und wo der Wein wächst, den ihr verkostet? Seid ihr nicht neugierig, aus welchem Gebiet, welcher Landschaft, welchem kleinen Ort sie stammen und welche Menschen dort leben? Macht euch auf die Reise nach Italien, entdeckt die Anbaugebiete, die Schlemmerrouten und Weinstraßen – einfach die authentische Küche Italiens!

Die Italienische Zentrale für Tourismus ist dieses Jahr Partner der Markthalle Neun, um genau davon zu erzählen.
Kommt vorbei und erlebt Italien durch seinen Geschmack – taucht ein in eine neue Erfahrung.

DONNERSTAG

17–22 Uhr

CIBO DI STRADA – Von Parmiggiana zu Tiramisu. Der Street Food Thursday wird einen Abend lang zur Piazza!

SPETTACOLO DI CUCINA – Live Cooking Show. Italienische KöchInnen zeigen auf unserer Kochbühne, was für unbekannte kulinarische Geschichten Italiens Regionen und ihre Landschaften zu erzählen haben.

FREITAG

12–18 Uhr MERCATO – Italienischer Wochenmarkt mit Produkten von Salumi, Tartufi & Carciofi bis pane di Matera.

18–20 Uhr FORMAGGI E VINI – Die große Käse- und Weinverkostung durch den ganzen italienischen Stiefel. Und die Inseln. Im Glas und auf dem Brett. Mit Ursula Heinzelmann aka Heinzelcheese. Das Tasting ist kostenfrei, allerdings sind die Plätze begrenzt. Bitte meldet Euch hier an.

20 Uhr LA GRANDE CENA – Brodelnde Brühe und Bollito misto: Eine Lange Tafel. Dampfende Töpfe. Ein Abend mit passatelli in brodo, bollito misto und Geschichten von italienischen Gerichten und Landschaften. Jeder ist eingeladen –– first come, first serve. Kommt mit dem Getränk eurer Wahl: Ob Vino, Birra oder Acqua frizzante.

SAMSTAG

10–18 Uhr MERCATO – Italienischer Wochenmarkt mit Produkten von Salumi, Tartufi & Carciofi bis pane di Matera.

12–18 Uhr PASTA FRESCA – jede Region hat ihre eigene Form, ihre eigene Pasta Spezialität. Lernt orecchiete, culurgiones und tortelli und ihre Geschichten persönlich kennen – macht mit uns Pasta!

13 + 16 Uhr VIAGGIO DI VINO – eine kleine Weinreise und Verkostung durch die eher unbekannten Regionen Italiens wie Emilia Romagna und Abruzzo mit der Weinhandlung Drunk by Nature.
Die Verkostungen sind kostenfrei, aber die Plätze sind begrenzt. Bitte meldet Euch vorab hier an.

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Was besseres kann Milch nicht passieren

Was besseres kann Milch nicht passieren

So ein Käse. Nein, so viele Käse. So viele unterschiedliche Formate an einem verlängerten Wochende in gelb, cremeweiß oder blauschimmelig marmoriert. Es ist wieder Cheese Berlin – wobei die Betonung ja bereits im vergangenen Jahr ganz unbedingt auf Berlin gelegen hat. Und so wird auch in diesem Jahr der Freitag wieder zur langen Käsenacht. In Retaurants, Wirtshäusern, in Bars und in Kneipen ist dann nicht nur Käse ein Thema, sondern vor allem die Menschen, die diesen Käse machen. Drei Beispiele gefällig? Im noch unterschätzten Restaurant Großherz im Kollwitzkiez hat Fritz Blomeyer die Dorfkäserei Geifertshofen im Gepäck. Im Nobelhart & Schmutzig ist die wunderbare Sennerin Emma Fuchs von der Alpe Loch im Bregenzer Wald zu Gast. Ihr tatsächlich nach Heu und nach einem Alpensommer schmeckender Rohmilchkäse ist verlässlich unser liebster Fund bei Menze Spezialitäten. Und auch im Bergschloss von Berliner Berg treffen sich zwei, nämlich Neuköllner Bier und die belgischen Käse von Alte Milch.
Alles zur Käsenacht, auch zur Käsefondue-Sause in der Kumpel & Keule Speisewirtschaft, findet Ihr hier. Handwerklich-bäuerlichen Käse nach jahrhundertealten Traditionen oder ganz neuen Ideen gibt es auf dem großen Käsemarkt am Sonntag, 10. November, und auch schon auf dem Wochenmarkt am Tag zuvor. Aber davon werden wir Euch in der kommenden Woche erzählen.

Il Pane di Milano a Schöneberg

Il Pane di Milano a Schöneberg

Ein wenig beneiden wir Alfredo Sironi ja schon. Er hat ab jetzt zwar keinen Zweitwohnsitz in Italien, aber doch einen im schönen Schöneberg. In der Goltzstraße 36. Und wem das jetzt nichts sagt, dem oder der seit gesagt, dass sich die Achse Goltz-/Akazienstraße ja zu einem der charmantesten kulinarischen Kieze Berlins gemausert hat. Die Sardinen.Bar, das Bonvivant, To Beef or not to Beef oder – our Street-Food-Thursday-Darlings – Jones Icecream. Und das alles in einer Nachbarschaft, die eben genau das geblieben ist: Ein Kiez im besten, sehr berlinerischen Sinne. Dort also, gibt es jetzt auch Pane di Milano. Und ganz bald nicht mehr nur die besten Pizzastücke dieser Stadt, sondern ein richtiges Sironi-Restaurant. Eine Pizzeria des Herzens. Und nur, falls diese Frage jetzt tatsächlich aufgekommen sein sollte: Bei uns in der Markthalle ändert sich nichts. Herzlichen Glückwunsch allen Sironis. Wir kommen bald und immer wieder auf eine Foccacia, einen Laib Rustico und unsere nun schon sechsjährige Freundschaft.

Kreuzberger Morgen sind lang

Kreuzberger Morgen sind lang

Hach, wofür wir diesem La Maison nicht alles dankbar sind. Für den frühen Start morgens um 7 Uhr etwa. Endlich ein Kaffee, den man auch zum Wachwerden trinken kann. Für die Sonnenterrasse am Paul-Lincke-Ufer – hat da gerade jemand Côte d'Azur Kreuzbergs gesagt? Für die nostalgische Zwiebelmustertassen, die man den ganzen Tag wärmend in den Händen halten will, und auch kann, denn das La Maison hat unter der Woche bis 18 Uhr und ab Freitag sogar bis 22 Uhr geöffnet. Geradezu vollmundig dankbar aber sind wir für die verlässlich feinen Croissants, die gleich neben dem großen, nonchalant halbfertig renovierten Gastraum gebacken werden. Belegt sind sie etwa mit Roter Bete und einem, eben, französischen Ziegenkäse. Schließlich heißt dieses Haus La Maison. Auch wenn die beiden Hausherren gar nicht aus Frankreich, aber immerhin aus Frankfurt und Neuseeland kommen. Letzteren könnten Ihr übrigens gut kennen: Nathan war lange Zeit Barista bei uns im Kaffee Neun. Also: Schlendert ans Paul-Lincke-Ufer, setzt Euch mit einem Americano, einer heißen Schokolade oder einem Bircher Müsli in die Sonne. Und wenn die (Wochenend-)Abende später werden, gönnt Euch einen Wein. So zeitgenössisch und doch so lässig kreuzbergerisch ist ein Ort in dieser Nachbarschaft lange nicht gewesen.

Archivar und Avantgarde

Archivar und Avantgarde

Zugegeben, um das erdige Trahana zu kosten, für das die Körner erst dierkt im Lokal in alten Steinmühlen gemahlen werden, muss an dann doch ins Mullixhiu reisen. Jenem Restaurant in der albanischen Hauptstadt, dessen Küchenchef Bledar Kola auf eine sympathisch bodenständige Weise beides gleichzeitig ist: Ethnologe einer bäuerlich-handwerklichen Küche seiner Heimat und doch auch ein entschlossener Protagonist einer zeitgenössischen Produktküche. Wobei das Trahana, die albanische Variante des Risotto, sozusagen für beides steht. Und mehr noch für sich selbst. Ursprünglich war Bledar Kola als Tellerwäscher nach London gegangen. Um in der Ferne nicht nur das Handwerk des Kochens zu entdecken, sondern auch die Nähe zur Küche seines Heimatlandes. Rezepte die man dank „Die neue albanische Küche“, erschienen im Berliner Insel-Verlag,  nachkochen kann: Tempura-Köfte mit Pflaumensauce, Blaubeerpasta. Es ist eine ehrliche bäuerliche Küche, für die die Berliner Lebensmittelbiografin Ursula Heinzelmann eine ganz und gar unkitschige Sprache findet. Und wem das Trahana nun gar nicht aus dem Kopf geht, zum eat Berlin Festival im kommenden März kommt Bledar Kola für einen Abend ins Nobelhart & Schmutzig. Unsere kulinarische Buchempfehlung des Herbstes.

Danach kräht jeder Hahn

Danach kräht jeder Hahn

Normalerweise funktioniert dieser Newsletter ja so: Einer oder eine macht etwas Kulinarisches, Ökologisches, Handwerkliches. Und dann erzählen wir davon. Diesmal aber erzählen wir von einem, der selbst erzählt: Ingmar Jaschok nämlich ist Demeter-Bauer, Influencer und seit dem vergangenen Jahr auch preisgekrönter Podcast-Produzent: „Ich habe immer wieder gemerkt, dass sich gerade die kleinen, aufrichtig engagierten Höfe unter Wert verkaufen. Die stecken so knietief in ihrer Arbeit, ihrem Alltag, dass die Zeit und vielleicht auch das Zutrauen fehlen, die eigene Geschichten angemessen zu verkaufen.“ Und so erzählt Ingmar Jaschok also Geschichten. Was keinesfalls als „Geschichten erzählen“ missverstanden werden darf. Denn für seinen Hofhuhn-Blog ist der abgebrochene Student der Literaturwissenschaften mindestens ein genauso guter Zuhörer: „Ich hatte das Gefühl, dass in den Diskussionen zwischen Bauernverband, Veganern, graswurzelbewegten Biobetrieben und der konventionellen Landwirtschaft eine moderierende Stimme fehlt. Ich bin sehr niveauflexibel, ich kann mit einem Kohlbauern aus Dittmarschen bei einem Pils und zwei Kurzen über seine Sicht auf die Landwirtschaft plaudern, habe aber genauso ganz viele Follower aus der Literaturszene.“ Warum wir auf Ingmar Jaschok aufmerksam geworden sind? Der junge Mann aus der Eifel ist kein Manufactum-Bauer, der uns zivilsationsmüde Städter*innen einen von der Idylle erzählt. Er meint es ernst mit er Ernährungs- und Agrarwende. Und das im Hier und Jetzt. Auch deshalb war er im September beim Symposium der Gemeinschaft auf Gut Kerkow dabei, wo er über seinen „Hoffunk" gesprochen hat – „Öffentlichkeitsarbeit handgemacht".
Apropos: Hat Ingmar Jaschok auch uns Berliner*innen etwas zu sagen? „In Berlin gibt es auch in der Öko-Szene eine gewisse Startup-Mentalität, die mir zu merkantilistisch und gewinnorientiert denkt. Da werden Projekte und Produkte schnell hochgejazzt, anstatt sie grundsätzlich und auch kontrovers zu denken.“ Und schon wieder hat der Demeterbauer aus der Eifel einen Nagel auf den Kopf  getroffen.
Ach ja, wer jetzt nicht weiterlesen, sondern lieber zuhören möchte: Hier geht's zu allen Folgen des Hofhuhn-Potcasts.