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Hallengesichter und ihre Kochbücher (11)

Hallengesichter und ihre Kochbücher (11)

Margaux Friocourt (Fish Klub)

Margaux Friocourt ist eine in Berlin lebende Pariserin, eine Food-Unternehmerin, die Nachhaltigkeit und Ethik im Lebensmittelbereich neu denken will. Ursprünglich gründete sie den OysterKlub, der Austern aus Marennes-Oléron nach Berlin brachte. Daraus entstanden ist die größere Schwester Fish Klub, die uns jede Woche mit nachhaltigem französischen Fisch und Meeresfrüchten versorgt – hauptsächlich von der französischen Atlantikküste, mit einem starken Fokus auf die Bretagne. Geradezu naheliegend ist es, dass Margauxs Lieblingsbuch eines über Austern ist: "L’Huître en questions" von Catherine Flohic. "Dieses Buch ist ein Eintauchen in die Geschichte und Kultur meiner liebsten Meeres-Zutat. Austern sind viel mehr als nur Essen, sie spiegeln die Wirtschaft und Soziologie der Küsten meines Landes wieder. Der Inhalt und die Bilder des Buches sind sehr echt und hervorragend aufgearbeitet." Ihr Lieblings-Austernrezept verrät sie hier. Für ein Bild von Margaux müsst Ihr allerdings in die Halle kommen – das wollte sie nicht schicken, denn: Die Austern sind der Star.

Rezept

"I chose the oyster recipe from Inaki Aizpitarte, creator of the Chateaubriand, one of my favourite restaurant in my home town city, Paris. This recipe is simple in doing but amazing in terms of taste and is mixing my three favourite things: seafood, pork meat and vines."

Zutaten:

Pluma (iberico pork meat)
Oyster
Rice
Brined wine leaves
Almond
Chesnut
Shallots
Lemon juice

Zubereitung

Quickly fry the pork cut into small pieces in a pan. Once cooled, mix it with the chopped almonds and hazelnuts, the cooked rice, and add the shallots, which have been marinated in white vinegar. Add a few drops of lemon juice, salt and pepper. Cut the raw oyster into pieces, place the mixture and the oyster on the vine leaf. Roll up, closing the ends. Serve.

Slow Flowers

Slow Flowers

Wir haben über den Vasenrand geschaut: Ein Gespräch mit Christoph von Der Blumenstand über Blumenpreise, eine Blumen-Bewegung und italienischen Mohn. Seit 1992 bauen Christoph und Ulrike auf einem 6000 m² großen Gelände in Kloster Zinna / Fläming Schnittblumen und Topfpflanzen an. Auf unserem Wochenmarkt sind sie immer freitags und samstags.

Hallengesichter und ihre Kochbücher (10)

Hallengesichter und ihre Kochbücher (10)

Carina Reckers (Bert & Boni)

Carina ist angehende, und ab Freitag amtliche, gastronomische Wissenschaftlerin. Sie hat in Italien an der Università di Scienze Gastronomiche studiert und ihr Herz an Käse verloren. Eigentlich an alles Ess- und Trinkbare mit den Geschichten und Menschen dahinter.

Wir begrüßen dm als neuen Mieter

Wir begrüßen dm als neuen Mieter

Wir freuen uns, dass ab Sommer der Drogeriemarkt dm als langfristiger Mieter das Angebot in der Markthalle Neun erweitern wird. dm tritt an die Stelle unseres bisherigen Mieters Aldi Nord, dessen Geschäftsführung bereits seit Februar 2020 mehrfach angeküdigt hat, den Standort in der Markthalle Neun aufgeben zu wollen. Im Übrigen war der Verzicht auf einen Lebensmitteldiscounter in der Markthalle Neun von Anfang an Teil des Nutzungskonzepts, das mit dem damals rot-roten Senat im Kaufvertrag vereinbart worden war. Aldi wird Ende April ausziehen. 

Dieses umfangreiche Sortiment an Drogeriewaren ergänzt ideal das Angebot unserer kleinen eigenständigen Lebensmittel- und Gemüsehändler*innen in der Markthalle. dm bietet nicht nur Qualität und gute Preise; der Drogeriemarkt legt auch besonderen Wert auf faire und soziale Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter*innen und Handelspartner*innen – und passt mit dieser Haltung perfekt zur Markthalle Neun. Aus vielen Gesprächen mit den Anwohner*innen wissen wir, dass das neue dm-Angebot genau das ist, was viele Kund*innen der Nachbarschaft seit Langem vermisst haben.
Neben einem großen Angebot alltäglicher Non-Food-Artikel wie Produkte für Babys und Kleinkinder, Hygiene- und Kosmetikartikeln, Reinigungsmitteln, einem Fotoservice, das es bisher in der Markthalle nicht gab, bietet der dm-Markt ein Trockensortiment an Bio-Lebensmitteln (keine Frischware).
Ein quantitativer und qualitativer Sprung ist die Möglichkeit, neben dem Vor-Ort-Angebot aus 17.000 online angebotenen Artikeln auszuwählen und die online gekauften Produkte im dm-Markt in der Markthalle abholen zu können.

Mit seiner Unternehmenskultur passt dm gut in die Philosophie, um die wir uns in der Markthalle Neun bemühen.

Im Gegensatz zum langfristigen Mietvertrag, den wir jetzt mit dm haben, war der laufende Mietvertrag mit Aldi Nord mit einer sehr kurzen Kündigungsfrist vereinbart worden, und seit Anfang 2020 erklärte Aldi Nord sowohl uns wie auch dem Bezirksamt gegenüber wiederholt, nach einer größeren Fläche im Umfeld der Markthalle Neun zu suchen, da die Fläche der Filiale in der Markthalle Neun nach dem neuen 
Aldi-Ladenkonzept zu klein sei. Die Markthalle Neun braucht aber einen langfristigen und verlässlichen Vertrag mit dem Ankermieter, um sich weiter entwickeln zu können – und nicht zuletzt, um Arbeitsplätze in der Markthalle Neun sichern und weitere Standinhaber*innen gewinnen zu können.

Uns ist bewusst, dass der Auszug von Aldi in der Markthalle für viele Nachbar*innen eine Veränderung der gewohnten Einkaufsroutine bedeutet. Das bedeutet jedoch nicht, dass es im Kiez keine Nahversorgung mit Discounterlebensmitteln mehr gibt: Der nächste LIDL mit seinem wesentlich größeren Angebot liegt fußläufig und gut erreichbar nur 300 Meter von der Markthalle Neun entfernt.

Und: Für Menschen, die nicht in der Lage sind, ihre Einkäufe in der Markthalle selbst zu erledigen, wird die Markthalle Neun ihren seit Anfang des Jahres ehrenamtlichen Einkaufsservice auch weiterhin anbieten.

Zusätzlich bietet das in der Muskauer Straße/Ecke Eisenbahnstraße gelegene Start-up-Unternehmen Gorillas laut Eigenwerbung die Lieferung von über 1000 Lebensmittel- und Non-Food-Artikeln zu Supermarktpreisen innerhalb von zehn Minuten.

Aldi wurde von dem Landesunternehmen Berliner Großmarkt GmbH in die Halle geholt, um sie vor der Schließung zu bewahren. Neben Drospa und KiK war es in den späten Nuller-Jahren auch Aldi zu verdanken, dass die ansonsten fast leere Markthalle nicht geschlossen wurde. Wir drücken unseren Respekt und Dank gegenüber den vielen Aldi-Mitarbeiter*innen aus, die in diesen Jahrzehnten in unserer vielfältigen Nachbarschaft einen anstrengenden Job voller Energie, mit stabiler Frustrationstoleranz und unzerstörbarem Humor gemacht haben. Sie waren uns seit unserer Übernahme der Markthalle im Jahr 2011 geschätzte Kolleg*innen!

Jetzt beginnen wir ein neues Kapitel für den Lebensmittelhandel in der Markthalle Neun, in dem wir uns von einer Megastruktur im Lebensmittelhandel verabschieden und darauf hoffen, dass sich unsere kleinen Händler*innen nach der Pandemie wieder stabilisieren und mit neuen Impulsen weiterentwickeln können.
Das Verhältnis zwischen Landwirtschaft, Megahandelsstrukturen und Preiserwartungen bei Kund*innen ist aus den Fugen geraten – Schlachtereiskandale, eine zunehmende Verzweiflung bei vielen Landwirt*innen angesichts zu niedriger Ankaufspreise der Handelsketten, Insektensterben wegen ausgeräumter Landschaften und die Nitratbelastung des Grundwassers in vielen Regionen sind die Folgen. Dass Menschen mit wenig Geld in diesem unfairen Kräftespiel ökonomisch leiden, sehen wir und unsere Händler*innen. Deshalb bemühen sich alle in der Markthalle Neun um preislich angemessene Angebote – im Rahmen ihrer ökonomischen Möglichkeiten.

Ostern – zumindest auf den Tellern

Ostern – zumindest auf den Tellern

Zumindest auf eines ist Verlass: Der Frühling kommt! Und wenn wir sonst schon nichts feiern können, dann zumindest das – mit einem bunten Osterfestmahl.

Bald einen Feiertag zu feiern fühlt sich so unwirklich an wie eine spontane Reise. Aber: Ostern steht vor der Tür und gibt uns die Chance oder auch Ausrede – ob christlich oder nicht – ein kleines Festmahl zu genießen. 
Ein Anlass, doch mal wieder den Tisch schön zu decken, Farbe ins Grau zu lassen, Vasen mit zarten Tulpen vom Blumenstand zu füllen und einen Sonntag lang zu schlemmen – sei es auch im noch so kleinen Kreis. 
Unsere Vision: Die Gläser mit Berlins bestem Eierlikör (Rübbelberg, gibt's bei Suff!) füllen, buttrige Streifen von Hefezopf (von Soluna oder Endorphina) mit Marmelade oder cremigstem Urstrom Weichkäse bestreichen während der Osterhase (oder das Osterhuhn?) im Ofen schmort. In der Tasse strahlt Votes Filterkaffee und Grün & Guts frisch gepresster Saft (Nr.4!) belebt alle Geister und bringt den Frühling endgültig auf den Tisch. 
Wer dem eigenen Braten nicht traut, könnte sich auch einen wunderbar zarten Beef Short Rip (Querrippe) Braten von unserer Räucherei Big Stuff BBQ besorgen und dazu Bärlauchpesto und Kartoffeln servieren. 
Wer nach dem einjährigen Pandemie-Jubiläum gar keine Restmotivation, Energie oder gar Kreativität übrig hat, kann sich auf die kulinarischen Einfälle unserer Händler*innen und Köch*innen verlassen: 
Die Plattform 2020 stellt Euch das Oster-Frühstück zusammen, das Marktlokal serviert Euch ein dotter-gelbes Ostermenü, Fish Klub bringt etwas Meeresbrise auf die Ostertafel und Mani in Pasta zeigt wie Ostern auf sizilianisch schmeckt.

Auch wenn es langsam nicht mehr leicht fällt: Lasst den Frühling rein und macht es Euch köstlich! 

Foto: Marktlokal