Salzimport und  Mineralien

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Wer zu früh kommt, den belohnt das Leben. Mindestens können das Ola Rudin und Sebastian Persson über sich und ihre Saltimporten Canteen behaupten. Dabei war diese Geschichte eigentlich schon zu Ende, bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte. Denn am Anfang stand das überzeugend regionale Fine-Dining-Lokal Trio, das zu früh war für seine Zeit. Einmal über die neue große Brücke nach Kopenhagen rüber, war noch nicht mal das Noma in aller Munde. Rudin und Persson sperrten ihr Trio zu – und eröffneten abseits im alten Industriehafen Malmös eine Kantine: Die Saltimporten Canteen.
Zwei Gerichte stehen auf der täglich wechselnden Karte, vegetarisch und Fisch oder Fleisch. Umgerechnet kosten sie zehn bis zwölf Euro, zwischen 200 und 400 Portionen gehen dabei täglich, zwischen 12 und 14 Uhr, über die lange Theke des reichlich roh belassenen Salzlagers. Kabeljau mit rohmariniertem Blumenkohl und sehr vielen sehr wilden Kräutern beispielsweise.

Überhaupt ist Malmö unbedingt eine Reise wert. Als lässigste, diverseste und sowieso günstigste der drei schwedischen Metropolen. Und als kleine, entdeckungshungrige Schwester von Kopenhagen, das ja nur eine Brücke entfernt liegt.

Unsere definitiven Empfehlungen für ein paar Tage in Malmö:

Mineralen: Naturweinbar, Apérokneipe und veganes Restaurant in angenehm unaufgeregter Nachbarschaft. Charmanter, nie zu cooler Ort.


Lyran: Das brutal-lokalste Restaurant Malmös hält die Waage zwischen Fine Dining und Speisekneipe. Wobei die Speisekarte bloß assoziative Verweise auf die verwendeten Produkte liefert. Neuer Kohlrabi aus Sorunda, Fichtenholz vom Schwammerl-Micke, Kapern von Emil & Ulf. Acht Gänge für sehr faire 55 Euro.


Bastard: Die wilde Seite der neuen Malmöer Foodbewegung. Im Glas, auf dem Teller und überhaupt im ganzen Raum. Perfekt für Dessert oder den Aperitif. Tolle Drinks und eine perfekte Sülze vom Freilandschwein.


Bagaren och Bonden: Wenn man in Malmö Brot braucht, oder Zimmtschnecken, und eigentlich braucht man in Malmö immer Brot, und Zimtschnecken, für Picnic, für die Fika, für das Tage vertrödeln im Park, dann unbedingt aus der kleinen Backstube (samt Café) von Karl Söderlund (Foto) in der Hermansgatan 3.


Frukt Stereo kennt Ihr vielleicht vom Stadt Land Food Festival. Karl Sjöström (Foto) and Mikael Nypelius haben damals live Cider gemacht. Eigentlich aber machen sie ihre „Fruit Pét-Nats“ im Hafen von Malmö, gar nicht weit von der Saltimporten Canteen. Weil das mit dem Alkohol in Schweden aber noch immer kompliziert ist, kann man ihre naturbelassenen Fruchtweine mit den listigen Pop-Zitaten (Britney's Pears, Cider Maybe ...) kaum in Malmö kaufen, aber zum Beispiel in allen hier genannten Lokalen trinken. Was Ihr unbedingt tun solltet.


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