Junges Gemüse

Junges Gemüse

Pflanzzeit zum Zweiten, zum Dritten: Morgen und am kommenden Samstag , den 11. Mai, wird die Markthalle wieder zum temporären Garten...

Ach ja, der Große Garten – von dem erzählen wir Euch hier mehr. Weil aber die wenigsten von uns tatsächlich einen haben, soll es an dieser Stelle erstmal um den kleinen Balkon gehen. Denn jenseits von Geranie und Petunie kann auch er zur kulinarischen Sommererweiterung Eurer Küche werden – und dabei mindestens genauso schön blühen: Von der Schnittlauchblüte , über die Feuerbohne bis zum Malarbarspinat .
Schon immer war es der Nutzgarten, der es Gartenbauingenieurin Susanne Treis angetan hat. Unter ihrem quasi Gartenkünstlernamen Oleastro könnt Ihr sie morgen bei unserer Pflanzzeit kennenlernen zu der sie Gemüsejungpflanzen, zum Beispiel verschiedenste Bohnensorten, mitbringt. Vor allem aber steht sie Euch mit Rat in all den großen und kleinen Gartenfragen zur Seite. Und weil man als echter Stadtmensch manchmal ja gar nicht weiß, wo man losfragen soll, haben wir vorab mit ihr gesprochen.

Was lohnt sich wirklich, wenn man nur ein paar Quadratmeter hat? Pauschal lässt sich nicht sagen, was am Erfolg versprechendsten ist. Das hängt ganz davon ab, ob Euer Balkon im ewigen Schatten der Nordseite liegt oder auf der im Sommer mindestens ebenso herausfordernden Südseite. Es liegt eigentlich nahe: Wer sich seine Küchenkräuter selbst ziehen will, der sollte dort, wo es mehr Schatten als Sonne gibt auf heimische Kräuter wie Liebstöckel, krause Petersilie und Schnittlauch setzen. Wer es dagegen mit langen Sonnennachmittagen zu tun hat, eher auf mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Thymian. Und auch wenn Kräuter ja sowas wie die Einstiegsdroge bei Gärtnern sind, auch hier gibt es einiges, das besser klappt als anderes: Zitronenmelisse und Minze klingt nach einer super Kombi? Eher nicht. Die Minze ist ein raumgreifend, ihre Wurzelausläufer wachsen oft quer durch den ganzen Balkonkasten. Für sie sollte man lieber einen separaten Top verwenden. Gut vertragen sich dagegen (nicht nur im
Kräuterquark) Sauerampfer und Pimpinelle.
Und Tomaten? Kann das wirklich klappen? Anders als im Garten braucht man auf dem Balkon kein Dach für die Pflanzen um Staunässe zu vermeiden, meint Susanne. Wirklich wichtig sei aber ein ausreichend großes Gefäß. Zehn Liter, soviel wie ein Wassereimer, sollte es schon fassen. Und: Ohne Düngen wird es mit dem eignen Balkongemüse schwierig. Susanne empfiehlt torffreie Bioerde und circa einmal die Woche organischen Volldünger. Tomaten sind und bleiben einjährige Pflanzen. Aber, und das ist die gute Nachricht: Es lohnt sich statt hochgezüchteten Hybridsorten samenfeste Sorten zu kaufen und die Samen früher Früchte zu sammeln, um sie im neuen Jahr auszusäen. Für die Zeit dazwischen könnt Ihr im Herbst Steckzwiebeln in die Erde der leeren Tomatenkübel setzen, die Frühlinsgzwiebeln kann man dann schon im Frühjahr ernten bevor man die Tomatensamen sät.

Alles schön und gut, aber Ihr sehnt Euch nach praktischer Anleitung? Susanne Treis bietet regelmäßig Workshops und Vorträge an, in denen Ihr Euer Essen bei der Wurzel packen lernt.