Auf die Gemeinschaft

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Essen ist immer auch: Kommunikation. Zumal in einem Restaurant und nicht nur in jenen, über die die Stadt gerade redet. Und, klar, über das Nobelhart & Schmutzig wurde viel geredet seit 2015. Wegen brutal-lokal. Wegen des Anti-AFD-Stickers an der prätentiös unprätentiösen Eingangstür am Kreuzberger Ende der Friedrichstraße. Wegen der klaren, intuitiven Küche von Micha Schäfer (und seinem Team). Wegen der Gastgeberqualitäten von Billy Wagner. Aber heute reden wir einmal ganz explizit nicht über den Wirt und den Koch. Auch nicht über andere Köche und Wirte, als deren Gemeinschaft die Gemeinschaft seit ihrer Gründung vor gut eineinhalb Jahren manchmal missverstanden worden war. Wir reden über die ganz grundsätzliche Idee, die Stadt und das Land, die Produzent*innen, die Erzeuger*innen und die Verarbeiter*innen zusammenzubringen. Und dabei das Verständnis und, ja, auch das Wissen zu mehren. Wie entsteht eigentlich guter Mutterboden? Wie kann das gehen, ein Tierleben würdevoll zu beenden? Und wie kommen die Tomaten aus der Uckermark in die Stadt. Die Grundannahme hinter dieser gemeinschaftlichen Idee, der sich auch die Markthalle Neun und die Plattform, unser Lieferservice für die Berliner Gastronomie angeschlossen haben: Wir alle müssen mehr miteinander reden, mehr übereinander erfahren. Warum plant eine Küche nicht erst den Wareneinkauf, sondern, gemeinsam mit dem Bauern, bereits das Ausbringen der Saat? Und was könnte man dem Gast nicht alles Wichtiges erzählen, wenn man das Wissen der Landwirtinnen und Gärtner teilt. In den kommenden Wochen werden wir etwa mit dem niedersächsischen Freilandhühnerzüchter Lars Odefey über sein Engagement für die Gemeinschaft sprechen. Und Euch schonmal auf das Symposium einstimmen, zu dem die Gemeinschaft am 9. September auf das Gut Kerkow bei Angermünde lädt. Einige erste Informationen findet Ihr schon mal hier.

Foto: Yoni Nimrod