Über den Tassenrand

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Habt Ihr schon mal richtig hingeschmeckt? Beim Kaffeetrinken?
Und habt Ihr auch schonmal nachgefragt: Wie kommt dieser Geschmack zustande, wer hat den Kaffee angebaut und wer geerntet? 
Zeit, mal tiefer in die Kaffeetasse zu schauen. Denn hinter jeder Tasse, die wir trinken, steckt die Arbeit von vielen Menschen – viele von ihnen sind Frauen und nicht-binäre Menschen. Dieses sehr interessante Paper der Specialty Coffee Association zeigt: während in den Bereichen Transport und Verkauf von Kaffeebohnen hauptsächlich Männer arbeiten, wird der Großteil des landwirtschaftlichen Bereich von Frauen erledigt – die Feldarbeit, die Ernte und Verarbeitung. Ähnlich wie bei der Weinlese müssen auch die Kaffeekirschen genau im richtigen Reifegrad gepflückt werden. Das bedeutet, dass geschulte Pflückerinnen unerlässlich sind, um exzellenten Kaffee zu produzieren. 
Ein weiterer spannender Artikel erzählt die Geschichte von Transfrauen des indigenen Volkes der Emera, die in der Gemeinde Santuario in Risaralda, Kolumbien einen großen Teil der Arbeitskräfte bei der Kaffeeernte ausmachen.
All diese Frauen sind neben den Baristas, die uns täglich mit köstlichem Kaffee versorgen, die "unverzichtbaren Arbeitskräfte" der Kaffeeindustrie.

Laurel von unserer Rösterei Vote Coffee möchte Euch heute zwei Kaffees und ihre Geschichte vorstellen: Zum einen die Cafeina-Gruppe aus Brasilien. Sie wurde 2019 gegründet und besteht aus über tausend Kaffeebäuerinnen, die alle Teil der größeren Cocatrel-Kooperative in Sul De Minas, Brasilien, sind. Cafeina wurde mit dem Ziel gegründet, Wissen zu teilen und die Sichtbarkeit und Entscheidungsmacht von Frauen innerhalb der Kooperative zu erhöhen. Dieser Kaffee schmeckt nach Cocoa Nib, Mandel und Pflaume – und wird in allen Vote Espresso-Mischungen verwendet. 
Zum anderen die SOPACDI Kooperative aus der Demokratischen Republik Kongo. Der SOPACDI-Kaffee wird von den weiblichen Mitgliedern von SOPACDI produziert, die kleine Farmen im Kalehe-Gebiet in Süd-Kivu besitzen. Ihre Farmen sind im Durchschnitt 0,7 Hektar groß, was bedeutet, dass sie nicht genug Kaffee produzieren, um ihn selbst zu exportieren. Indem sie ihre Kaffees mischen, können sie mit dem internationalen Markt mithalten. Die aktuelle Ernte schmeckt nach Kirsche und Cola und ergibt einen schönen fruchtigen Filterkaffee.
Beide Kaffees gibt es im Kaffee9, sowie im Online Shop der Vote Rösterei

© Lena Mucha