Keine Coca Cola-Werbung in unserem Namen!
Hallo Berlin,
einige von Euch haben es vielleicht schon auf Litfasssäulen und an Plakatwänden überall in der Stadt gesehen: Coca-Cola wirbt momentan großflächig mit lokaler Berliner Kultur. Unter anderem mit der Markthalle Neun. Vielleicht habt ihr euch gewundert, was es damit auf sich hat.
Seit die Plakate hängen, werden wir empört und kritisch gefragt: Was soll der Scheiß? Unsere Antwort: Keine Ahnung. Und vor allem: Was haben die euch gezahlt? Die Antwort: nichts. Auf eine Anfrage hätten wir freundlich, aber bestimmt gesagt: Nein, danke. Ob jemand nun Coca-Cola trinkt oder verkauft: völlig egal. Wenn sich aber ein globaler Großkonzern ungefragt an lokal gewachsenen Strukturen bereichern will, dann sagen wir “Nein, danke.”
Die Kampagne “Made in Germany” nennt Eckkneipen, Spätis und Markthallen das “Rückgrat” ihrer Kampagne. Gefragt haben die Limo-Leute niemanden. Nennen wir das Kind beim Namen: Berlin-Washing. Ein Milliardenkonzern bedient sich an einer Kultur, die Millionen von Berliner*innen über Jahrzehnte geprägt haben. Ob Treffen mit der Nachbarschaft, dem Freundeskreis oder der Familie, in Berlins Spätis, Eckkneipen und Markthallen kommt die Stadt zusammen. Diese Orte sind kein Werbeversprechen. Sie sind gelebter Alltag, erkämpft und erhalten von Menschen, die damit ihr Leben bestreiten – und immer mehr ums Überleben kämpfen.
Die Markthalle Neun ist einer dieser Orte. Gemeinschaft, Handwerk und lokale Identität seit 1891 – das ist hier kein Marketingversprechen, das ist der Arbeitsalltag unserer Händler*innen, Produzent*innen und Nutzer*innen. Coca-Cola schmeckt auf der ganzen Welt gleich. Das ist ihr Geschäftsmodell – und das Gegenteil von dem, wofür die 400 Leute stehen, die hier bei uns in der Markthalle Neun Ihrer Arbeit nachgehen.
Der ungebetene Werbepartner profitiert von der harten Arbeit, die unsere Händler*innen und Produzent*innen in diesen Ort stecken. Die Rufschädigung und den Vertrauensverlust tragen die Kleinstunternehmer*innen. Das ist nicht fair – und es ist kein Versehen. Konzerne dieser Größe wissen genau, was sie tun. Und sie wissen, dass sie es können.
Coca-Cola? Ihr habt nicht gefragt – wir sagen trotzdem: Nein, danke. Ihr hört von unserer Anwältin.
Gezeichnet,
Team Markthalle Neun