Kumpel & Kuchen

Kumpel & Kuchen

Kennt ihr das, wenn die ganze Wohnung nach frischgebackenem Streußelkuchen riecht? Oder nach einem langsam im Backofen schmorenden Hähnchen? Ungefähr so funktioniert dieser Text. Und wenn Ihr Euch anstrengt, könnt Ihr das auch riechen. Wir wollen Euch nämlich Hunger machen, auf kulinarische Veränderungen bei uns in der Markthalle. Und in der ganzen Stadt. Irgendwo dazwischen liegt die Reichenberger Straße 124, wo unsere Nudelhelden Mani in Pasta schon in 14 Tagen ihr Restaurant eröffnen werden, dessen Herzensthema natürlich die, wie man in Italien sagt, Primi Piatti bleiben. Und noch einen hat es aus der Markthalle in die Stadt gezogen. Alfredo Sironi wird, Ende Februar, neben seiner neuen zweiten Bäckerei in der Goltzstraße 36 seine Pizzeria eröffnen. Und dann bauen Kumpel & Keule neu. Und größer. Etwa, um künftig auch Hackfleisch für die Bolognese verkaufen zu dürfen. Und überhaupt den Platz zu haben, den ehrliches Handwerk nun einmal braucht. Gebaut wird an der Wand zur Pücklerstraße hin. Während die bisherige Metzgerei zur Kuchen- und Tortenmanufaktur wird. Wir freuen uns ehrlich und aufrichtig Annette Zeller dann voll und ganz und (beinahe) tagtäglich bei uns zu haben.
Noch einige Aromen aus der kulinarische Stadt: Lode & Stijn, deren Geschichte und deren Gerichte so eng mit unserer Halle verknüpft sind, werden ebenfalls noch im ersten Jahresdrittel ein neues, zweites Lokal im Neubau des Suhrkamp-Verlags an der Torstraße eröffnen. Casual Dinning, Lunch und Kaffeepausen, eine Bar, kurzum ein spannender neuer Ort. Und dann wäre da noch Dylan Watsons exzentrisch konsequente Produktküche aus dem Restaurant Ernst im Wedding, die wohl im Sommer einen versprochen lässigeren Ableger bekommt. Eine Weinbar, ebenfalls in der Gerichtstraße, dann nicht mit 29 sondern vielleicht so mit zwölf Gängen.

Ackern für Veränderung

Ackern für Veränderung

Vor wenigen Wochen sorgte diese Nachricht, nein, sie sorgte eben gerade nicht für Schlagzeilen, sondern wurde einzig in der Fach- und Branchenpresse vor allem der kleinteilig-biologischen Landwirtschaft notiert: Der ehemalige Präsident des Thüringer Bauernverbandes Klaus Kliem hat seinen Betrieb veräußert. Ein Betrieb, der zum einen 4500 Hektar groß war, man sollte ganz unbedingt nicht mehr Bauernhof dazu sagen. Vor allem aber wurde besagte Geithainer Landwirtschafts GmbH an die Boscor Land- und Forstwirtschafts GmbH & Co. KG veräußert – die wiederum ein Tochterunternehmen einer deutschen Discounterkette ist.
Am 18. Januar haben wir es wieder satt. Und es sind Fakten wie die eben genannten, die diese Demo für eine Agrar- und Ernährunsgwende so wichtig machen. Vielleicht wichtiger denn je. Denn längst geht es nicht mehr nur um den Widerstreit einer konventionellen und einer biologischen Landwirtschaft, auch wenn dass die biederen Bauernproteste aus dem vergangenen November nahelegen wollten. Es geht schlicht darum, ob es in einigen Jahren noch freie Landwirt*innen gibt. Oder ob, um es mit dem Zukunftsforscher Eike Wenzel zu sagen, „es nur die Frage sein wird, ob das Land nun großen Lebensmittelketten, Chemiegiganten oder irgendeinem Investmentfond gehört.“ Und dass diese neue, an anderen Ecken der Welt längst übliche Form einer industrialisierten Landwirtschaft nicht nur weiterhin Agrarsubventionen einstreicht. Sondern sich auch in jenen Gremien festsetzt, die über den Fluss dieser Gelder mitentscheiden.
Aber andererseits: Brandenburg hat seit wenigen Wochen mit Axel Vogel einen grünen Landwirtschaftsminister. Und Berlin investiert in eine Kantine Zukunft und damit in handwerklich verarbeitete, vorwiegend aus Bioprodukten gekochte Essen etwa in Kitas, Krankenhäusern oder Behördenkantinen. Und auch wenn die Fridays for Future-Proteste das Feld der Ernährung und erst recht ihrer Rahmenbedingungen eher in Schlagworten behandelt haben: Radikal verarbeitete Lebensmittel, die wenig nachhaltig Transportwege einer globalisierten Landwirtschaft und erst recht die Lebensbedingungen der Masttierhaltung schlagen immer mehr Menschen auf den Magen. wir prognostizieren: Die Wir haben es satt-Demo, ab 12 Uhr auf dem Potsdamer Platz, wird größer, lauter und wichtiger denn je.
Klaus Kliem übrigens, der ehemalige Bauernpräsident, darf gegenwärtig nicht einmal mehr Schweine halten. In seiner Schweinezuchtanlage waren massive Tierschutzverstöße festgestellt worden.

Marktgespräche

Marktgespräche

Das im September vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg initiierte Dialogverfahren ist dort angekommen, wo es hingehört: Auf den Marktplatz, mitten in die Markthalle. Denn unser gemeinsames Ziel ist es, mehr Beteiligung am Dialogprozess zu ermöglichen.
In einem ersten Schritt waren seit dem 28. September Mediatorin Doris Wietfeldt und ihr Team im Lausitzer Kiez unterwegs und haben die Menschen hier in der Nachbarschaft nach ihren Bedürfnissen und Forderungen für den Kiez im Allgemeinen und zum Thema Lebensmittel und Essen im Speziellen befragt. Jetzt geht es einen Schritt weiter. Am Montag ist eine Nachbarschaftswoche hier in der Markthalle gestartet und damit die beste Gelegenheit, Euch konstruktiv mit Euren Ideen, Wünschen und Anregungen einzubringen, sie aufzuschreiben und im Gespräch kundzutun. 
Was ist Eure Meinung, wie es mit dem Experiment Markthalle Neun weitergehen könnte? Wie stellt Ihr Euch eine lebendige Markthalle in Berlin-Kreuzberg im Jahr 2020 vor? All Eure Antworten – so vielseitig sie auch sein mögen – fließen, anonymisiert, in das Verfahren ein. Alles was Ihr dafür tun müsst? Mitmachen!
In einem dritten Schritt soll es eine Beteiligungswerkstatt hier in der Halle geben, die auf den Ergebnissen der Befragung aufbaut. Doris Wietfeldt und ihr Team sind noch bis Samstag, den 11. Januar bei uns in der Halle: Unter der Woche von 11–19 Uhr und am Samstag von 9–15 Uhr.

Die Ernährungswende (kennen)lernen

Die Ernährungswende (kennen)lernen

Klar ist das eine tolle Entwicklung, diese ganzen Quereinsteiger*innen, die plötzlich ihre Liebe zu den Lebensmitteln entdecken, zur Schokolade, zum Käse, zum Eis oder eben zum Backhandwerk. Handwerk aber ist etwas, wovon man nie genug wissen, mit dem man sich nie genug beschäftigen kann. Weshalb gutes Handwerk eben immer mit einer guten Ausbildung beginnt. In diesem Sinne: Eine unserer Markthallenbäckereien, Endorphina Backkunst, wurde jetzt vom Bundeswirtschaftsministerium zum Ausbildungsbetrieb des Jahres gekürt. Nicht nur unter den Bäckereien wohlgemerkt, sondern unter allen Handwerksbetrieben Deutschlands.
Was Endorphina anders macht, erzählt Geschäftsführerin Katharina Rottmann im Gespräch. Gewürdigt wurde etwa die Gleichstellung von Frauen in einem noch immer männerdominierten Berufsbild, aber auch das soziale Engagement im Kiez, das für Endorphina selbstverständlicher Teil eines ineinander verwobenen Leben und Arbeiten ist. Um Nachhaltigkeit muss es einer Bio-Bäckerei natürlich auch gehen. Gebacken wird deshalb mit Bio-Mehl aus dem Spreewald und die Bäckerei ist Partner der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, wovon auch die Auszubildenden profitieren. Wir freuen uns über diese Investition in unsere Zukunft und gratulieren!

Jetzt oder nie

Jetzt oder nie

Vor genau einem Monat ist die 12062020Olympia Kampagne mit einer scheinbar verrückten Idee an den Start gegangen: Ein Treffen von Zehntausenden, die etwas verändern wollen, organisieren. Mittlerweile ist daraus Deutschlands größtes Crowdfunding geworden. 
Das Ziel? Wissenschaftler*innen, demokratiefördernde Initiativen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen im Berliner Olympiastadion eine Bühne vor mehr als 60.000 Menschen zu geben, um Lösungen für drängende Probleme unserer Zeit zu präsentieren. Bundesweit können Bürger*innen online teilnehmen und sich – und das ist das Kernstück der Idee – an Petitionen beteiligen. Eine alte, aber bislang wenig genutzte Form der direkten Demokratie: Denn eine Petition mit mehr als 50.000 Stimmen wird im Bundestag vorgestellt und diskutiert. Damit soll die Wirksamkeit der Veranstaltung weit über den Ort und den Tag hinaus reichen: Sie soll zum Aufbruch, zur Plattform für neue oder bislang unbekannte Ideen, Vorschläge und Aktionen werden.
Noch aber ist nicht gesichert, dass die Veranstaltung stattfinden kann –  die Crowdfunding Kampagne läuft nur noch bis Heiligabend. Deshalb lasst uns gemeinsam das Unmögliche möglich machen! Seid Ihr dabei? Dann unterstützt jetzt auf Startnext die Kampagne und macht an Weihnachten an alle, die Euch wichtig sind, ein Geschenk, das Hoffnung macht.

Hoch die Tassen, ähm, die Beine

Hoch die Tassen, ähm, die Beine

So ist das eben mit der Geschichte. Nun sind die Zwanzigerjahre auch schon wieder ein Jahrhundert her. Also ab dem 1. Januar. Und auch wenn wir wissen, dass jene vielleicht erste popkulturelle Epoche genau genommen erst ab 1924 Fahrt aufnehmen sollte, und auch dann eben vor allem in Berlin: Wir finden, dass man zu Swing dann doch viel besser tanzen kann als, sagen wir, zu preußischer Marschmusik. Zumal am frühen Abend nach der längsten Nacht des Jahres. Die Couchies sind das famose Swingtrio, das ab 18 Uhr im Markthallen Restaurant zum Tanz aufspielen wird. Und das nicht nur um vibranten Glamour weiß, sondern auch um den Schweiß und das Treibende dieses sehr frühen Rock'n'Roll. Und damit wir bis zu den ersten Takten wieder alle auf den Beinen sind, serviert die Küche ab 12 Uhr etwa Kochfleisch, Bratwurst und Sauerkraut. Dagegen hat kein Kater eine Chance. Miau.

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