Pflanzzeit!

Pflanzzeit!

Es grünt! Ab Ende April ist wieder Pflanzzeit – unser Jungpflanzenmarkt. 

Alles wirkt zur Zeit sehr grau, aber wir versprechen: wir sehen grün am Horizont! Um genau zu sein: am 24. April. Denn da wird die Halle ergrünen und Wurzeln schlagen! 
Wir holen den Frühling in unsere Markthalle und bieten Euch alles, was das Gärtner*innen Herz begehrt – ganz egal ob Profi oder Laie.
Letztes Jahr einen Schrebergarten ergattert oder die Weiten des Balkons entdeckt? Neben Jungpflanzen, Saatgut, Kräutertöpfen etc. könnt ihr auch Eure Fragen mitbringen: Wie kann ich meinen kleinen Balkon begrünen? Welche Tomatensorten kann ich wo und wie am besten anpflanzen? Wachsen Kartoffeln auch in einem Sack mit Erde auf dem Balkon? Welche Kräuter gedeihen auf meinem Küchenfensterbrett?
Unsere Pflanzen-expert*innen stehen Euch mit Bio-Erde und grünem Daumen Frage und Antwort.

Save the date:

24. April 10-18 Uhr

30. April 12-18 Uhr

08. Mai 10-18 Uhr

15. Mai 10-18 Uhr

Hallengesichter und ihre Kochbücher (9)

Hallengesichter und ihre Kochbücher (9)

Dane Hirsinger (Kaffee9)
Dane ist einer der Menschen, deren Lächeln man auch durch die Maske sieht. Den Sonnenschein hat er vielleicht aus Adelaide, Australien mitgebracht, seiner Heimat. Seit bereits 3 Jahren ist er Head Barista in unserem Café. Die Markthalle schätzt er für das große Angebot an frischen, saisonalen und speziellen Lebensmitteln. Sein liebstes Kochbuch ist das CWA Cookery Book (quasi das australische Landfrauen-Kochbuch). "Ich habe es geliebt, diese alten Rezepte in der Küche meiner Mutter durchzublättern. Das Lesen der Rezepte weckt immer wieder Erinnerungen an opulente Familien-Dinner und zu viel Kuchen. Und es ist voller toller Tipps zum Einmachen von Lebensmitteln, zum Anbau von Lebensmitteln oder auch zum Putzen des Badezimmers!" 

Über den Tassenrand

Über den Tassenrand

Habt Ihr schon mal richtig hingeschmeckt? Beim Kaffeetrinken?
Und habt Ihr auch schonmal nachgefragt: Wie kommt dieser Geschmack zustande, wer hat den Kaffee angebaut und wer geerntet? 
Zeit, mal tiefer in die Kaffeetasse zu schauen. Denn hinter jeder Tasse, die wir trinken, steckt die Arbeit von vielen Menschen – viele von ihnen sind Frauen und nicht-binäre Menschen. Dieses sehr interessante Paper der Specialty Coffee Association zeigt: während in den Bereichen Transport und Verkauf von Kaffeebohnen hauptsächlich Männer arbeiten, wird der Großteil des landwirtschaftlichen Bereich von Frauen erledigt – die Feldarbeit, die Ernte und Verarbeitung. Ähnlich wie bei der Weinlese müssen auch die Kaffeekirschen genau im richtigen Reifegrad gepflückt werden. Das bedeutet, dass geschulte Pflückerinnen unerlässlich sind, um exzellenten Kaffee zu produzieren. 
Ein weiterer spannender Artikel erzählt die Geschichte von Transfrauen des indigenen Volkes der Emera, die in der Gemeinde Santuario in Risaralda, Kolumbien einen großen Teil der Arbeitskräfte bei der Kaffeeernte ausmachen.
All diese Frauen sind neben den Baristas, die uns täglich mit köstlichem Kaffee versorgen, die "unverzichtbaren Arbeitskräfte" der Kaffeeindustrie.

Laurel von unserer Rösterei Vote Coffee möchte Euch heute zwei Kaffees und ihre Geschichte vorstellen: Zum einen die Cafeina-Gruppe aus Brasilien. Sie wurde 2019 gegründet und besteht aus über tausend Kaffeebäuerinnen, die alle Teil der größeren Cocatrel-Kooperative in Sul De Minas, Brasilien, sind. Cafeina wurde mit dem Ziel gegründet, Wissen zu teilen und die Sichtbarkeit und Entscheidungsmacht von Frauen innerhalb der Kooperative zu erhöhen. Dieser Kaffee schmeckt nach Cocoa Nib, Mandel und Pflaume – und wird in allen Vote Espresso-Mischungen verwendet. 
Zum anderen die SOPACDI Kooperative aus der Demokratischen Republik Kongo. Der SOPACDI-Kaffee wird von den weiblichen Mitgliedern von SOPACDI produziert, die kleine Farmen im Kalehe-Gebiet in Süd-Kivu besitzen. Ihre Farmen sind im Durchschnitt 0,7 Hektar groß, was bedeutet, dass sie nicht genug Kaffee produzieren, um ihn selbst zu exportieren. Indem sie ihre Kaffees mischen, können sie mit dem internationalen Markt mithalten. Die aktuelle Ernte schmeckt nach Kirsche und Cola und ergibt einen schönen fruchtigen Filterkaffee.
Beide Kaffees gibt es im Kaffee9, sowie im Online Shop der Vote Rösterei

© Lena Mucha

Der Feminist Food Club

Der Feminist Food Club

Der Berliner Feminist Food Club unterstützt trans- und cis-Frauen sowie nicht-binäre Menschen in der Lebensmittelindustrie und deckt sexistische, klassistische und rassistische Themen in der Gastronomie auf. Die Facebook Gruppe des FFC hat knapp 1400 Mitglieder. Hier werden Pop Ups beworben, Kontakte ausgetauscht, Produktionsküchen gesucht, um Rat gefragt, sexistische Vorfälle und kulturelle Aneignung diskutiert und Jobs vermittelt. Das Ziel des Clubs: Eine integrativere, vielfältigere, solidarischere und nachhaltigere Gastronomie schaffen. Ein Gespräch mit der Leiterin des Feminist Food Clubs, Mary Scherpe.


Wer kommt im Feminist Food Club zusammen?
Mary: Alle mit einer Verbindung mit Lebensmitteln – nicht nur Gastronom*innen, sondern auch Journalist*innen, PR Manager*innen, Menschen aus dem Event- oder auch Lebensmittelproduktionsbereich.

Warum habt ihr 2017 den Feminist Food Club in Berlin gegründet?
Mary: Das war eigentlich eine sehr spontane Idee ohne große Vision oder Planung. Damals haben Ruth Bartlett und ich überlegt: Die Gastrowelt braucht mehr Feminismus! Wäre es nicht eine gute Sache, wenn es einen Club gäbe, in dem man sich trifft, feministische Themen bespricht und Erfahrungen austauschen kann? Und so kam es zu unserem ersten Treffen im Januar 2017 im Halleschen Haus – und es fühlte sich an, als wäre genau so etwas schon sehr lange ersehnt worden. Das war wunderbar. Ich glaube vielen tat es gut zu merken: viele unserer Erlebnisse der Diskriminierung im Alltag sind keine individuellen, sondern beruhen auf strukturellen Problemen.

Was habt ihr statt dieser persönlichen Treffen im letzten Jahr veranstaltet?
Mary: Mitte März letzten Jahres habe ich auf Instagram Live mit den "Corona Crisis Talks" angefangen, um ein paar ganz praktische Fragen zu diskutieren, die viele unserer Mitglieder*innen beschäftigt haben: Lohnt sich Take-out? Für welche finanziellen Unterstützungen kann ich mich bewerben und wenn ja wie? Später kamen dann internationale Gäste und Themen wie "anti-asiatischer Rassismus", "die Zukunft der Gastronomie" oder auch "dezentrale Lieferkonzepte" dazu. Außerdem haben wir regelmäßig Workshops

Wo liegen zur Zeit die größten Herausforderungen für Frauen in der Food Szene?
Mary: Gerade in Krisen kommen Diskriminierungen als erste hoch. Viele Nachteile der Krisenbewältigung tragen Frauen, aber auch andere Menschen, denen gewisse Privilegien fehlen. Seit ein paar Tagen wird in Deutschland versucht eine Diskussion darüber zu führen, ob Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund häufiger an Covid erkranken und inwiefern sie daran schuld sind. Außer Acht wird dabei oft gelassen, dass viele dieser Menschen in Umständen leben, die sie häufiger und schwerer erkranken lassen. Oft arbeiten sie in prekären Jobs, leben beengter und häufiger in Armut, also können sie sich weniger schützen. Sie tragen die Last der Krise – indem sie weiter in den Schlachthöfen und Fabriken schuften, und kaum einer fragt, wie wir sie unterstützen können. Das reicht auch in die Gastro rein. Wie schlecht werden oft Kellner und Küchenhelfer bezahlt? Viele von denen haben ihre Jobs verloren, und brauchen jetzt dringend Geld. Wenn sie jetzt wieder eingestellt werden, wenn die Gastro wieder aufmacht, trauen sie sich dann, für ihre Sicherheit zu argumentieren? Zu oft besprechen wir die Probleme aus der Perspektive der Besitzer, und vergessen die Personen, die dahinter stehen und deren Erfolg erst möglich machen. Die trotzdem zur Arbeit gehen, weil sonst das Geld oder der ganze Job weg sind. Ein aktuelles Beispiel sind die Fahrradlieferanten, von denen viele in den letzten Wochen, als es so wahnsinnig kalt war, unbezahlt zu Hause bleiben mussten. Das sind Aspekte, die in unsere Diskussionen darüber, wie wir
solidarisch, vielfältig und nachhaltig essen, einbezogen werden müssen.

Hat sich seit der Gründung des FFC vor vier Jahren in der Szene etwas verändert? Siehst du Veränderungen oder mehr Bewusstsein für feministische Themen?
Mary: In den letzten Jahren hat es mehr Gründungen von Frauen gegeben hat, die da auch mit einem neuen Selbstbewusstsein rangehen. Und ich finde auch, dass die spannendsten Gründungen im Moment von Women of Colour kommen. Meinetwegen sollte es noch drei, vier oder mehr Clubs oder Vereinigungen mehr geben, die eine progressive diskussionsgeleitete Sicht auf die Dinge haben. Wie zum Beispiel das großartige Smells Like Collective.
Es ist so schwierig, für Themen wie Rassismus, Sexismus und Diskriminierung Räume zu schaffen. Die privilegiert Oberschicht oder der Mainstream sieht Gespräche darüber als überflüssig an. Als nicht so relevant. Ich habe den Vorteil, dass ich nicht direkt in der Gastronomie arbeite, erst das erlaubt es mir, den Feminist Food Club zu leiten. Ich habe eine Position inne, bei der ich mich nicht fürchten muss, ob meine Rolle im FFC meine nächste Bewerbung behindert.
Unangenehme Themen anzusprechen, Kritik zu äußern, das muss man sich leisten können. Im FFC haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele aus Angst vor den Konsequenzen, Dinge nicht ansprechen. Es ist nicht so, dass es keine sexualisierte Gewalt in der Gastro ist, aber es ist sehr schwer, Menschen zu finden, die darüber öffentlich sprechen, weil das Risiko zu groß ist.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Mary: Mein Ziel für 2021 ist, dass es den Feminist Food Club noch gibt! Es ist gerade so schwer zu planen und wir arbeiten ja alle nur ehrenamtlich. Aber ganz grundsätzlich gibt es ganz viele Themen und Konversationen, die wir hier in Deutschland einfach nicht führen, die nicht Teil der Debatte sind. Dazu gehören zum Beispiel Sexismus, Rassismus und Arbeiterrechte in der Gastronomie. Es ist unser Anliegen des FFC diese Gespräche auch in Zukunft zu führen. Wir wollen zeigen, dass dies keine Nischenthemen sind. Dass es keine Themen sind, die nur 0,2% der Bevölkerung betreffen. Im Gegenteil: Sie sind Alltag für ganz viele Menschen.

Die Arbeit des Feminist Food Club kann man hier unterstützen!

(K)ein Tag für Blumen

(K)ein Tag für Blumen

Berlin lockert sich und das bringt für uns zumindest eine gute Nachricht: Der Blumenstand darf ab dieser Woche wieder auf den Wochenmarkt! Wie haben wir die Blüten und Blumen in den letzten Wochen vermisst. 
Und so groß die Strauß-Vorfreude ist – heute geht es nicht (nur) um Blumen. 
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Ein Tag, an dem die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen gefeiert werden. 
Aber dieser Tag ist auch ein Aufruf zum Handeln – für mehr Gleichberechtigung, Gleichstellung und Diversität. Insbesondere in der Landwirtschafts- und Gastronomiewelt muss noch viel passieren. Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, dass es mehr Raum, Chancen und faire Bezahlung gibt für Frauen – in den Küchen unserer Restaurants, auf den Feldern, in Backstuben, Metzgereien, im Handel und in der Forschung, sowie an den Ständen unserer Markthalle. 
Wir möchten den heutigen Feiertag dazu nutzen um hervorzuheben, wie stolz und dankbar wir sind für alle Frauen und nicht-binären Menschen, die unsere Markthalle zu der machen, die sie ist. Die sie jeden Tag mit ihrem Wissen, ihrem Handwerk und ihrer Leidenschaft für gute und nachhaltige Lebensmittel gestalten und weiterentwickeln. Danke! Auf dass wir nächsten März noch diverser aufgestellt sind!

Hallengesichter und ihre Kochbücher (8)

Hallengesichter und ihre Kochbücher (8)

Ellen Teschendorf (Küchenliebe)

Ellen liebt die Küche und die vielen Bücher, die aus ihr entstehen. 2010 hat sie ihren ersten "Küchenliebe" Laden in Friedrichshain eröffnet; 2011 eröffnete sie (einen Monat nach Start) ihren zweiten Standort in der Markthalle – mit nachhaltigen und guten Küchenprodukten. Für den Weltfrauentag stellt sie Euch nicht eins, nein gleich drei Kochbücher von großartigen Köchinnen vor. Eines davon ist das Buch- und Backbuch OBST der Autorin Bernadette Wörndl mit Fotos von Guda Dittrich. "Ein Standardwerk zu Obst: Egal ob süß oder salzig in diesem Buch werden heimische Obstsorten neu kombiniert. Außerdem gibt es super Tipps zu Lagerung, Warenkunde und Resteverwertung." Ellens Lieblingsrezept ist der Linsen-Wildreis-Salat mit Kirschen, Blutampfer und Ziegenfrischkäse. "Und Vorsicht: der Quitten Negroni macht süchtig!"

Buch 2 und 3

Die Küche der Achtsamkeit von Tainá Guedes
Tainá beschäftigt sich in Ihrem Buch mit dem japanischen Mottainai - nichts verschwenden, kreativ kochen und gesund essen. Der aus Japan stemmenden Philosophie der “Küche der Achtsamkeit” Sie hat darin Rezepte für Lebensmittelreste und Zutaten aufgeschrieben, die sonst weggeworfen würden. 

Vegan Queens von Sophia Hoffmann
Ein Klassiker der veganen Küche von einer großartigen Kochbuchautorin die spanende und starke Unternehmerinnen, Köchinnen, Bäckerinnen und Erzeugerinnen mit Ihren schönsten Rezepten vorstellt.

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