Die Orangen Revolution

Die Orangen Revolution

"Groß, klein, perfekt, vernarbt, orange, grün – echte Orangen haben viele Gesichter. Diesen Winter bekommen wir sie endlich alle zu sehen."
Von Gebana haben wir an dieser Stelle bereits erzählt, sie wollen die Regeln des Handels ändern und neu denken. Mit ihren crowd orders kaufen sie weltweit ganze Ernten von Landwirt*innen ein und schicken Euch Euren Ernte-Anteil an Ananas aus Ghana, Feigen aus der Türkei oder gesalzene Rauchmandeln aus Pakistan direkt nach Hause. 
Jetzt haben sie Orangen-Geschichte geschrieben! Denn: Es gibt tatsächlich eine EU-Regulierung, die vorgibt, wie Zitrusfrüchte für den Verkauf an Endkonsumenten auszusehen haben: orange, intakt, frei von Druckstellen oder starken Narben, mindestens 53 Millimeter Durchmesser. Kleinere oder einzigartige Orangen darf man nur zu Saft verarbeiten, nicht aber als ganze Früchte für den Verzehr exportieren.
Um diese Regelung zu ändern und Landwirt*innen einen größeren Absatzmarkt zu sichern, hat Gebana dem griechischen Ministerium für Landwirtschaft geschrieben. Nun kam eine Antwort: Laut dem Artikel 4, Absatz 3 der Regulierung (EU) 543/2011 dürfen alle Orangen jeglicher Form, Farbe und Grösse aus Griechenland exportiert werden mit dem Hinweis "zur Verarbeitung bestimmtes Produkt".
Die Bauernfamilien in Griechenland können dank dieser offiziellen Erlaubnis dieses Jahr voraussichtlich schon 85 bis 90 Prozent ihrer Ernte als ganze Früchte verkaufen. In den vergangenen Jahren mussten sie im Schnitt ein Viertel der Früchte aussortieren.
Darauf 'ne Orange! Hier geht es zur Vorbestellung der eigenen Kiste – für ein bisschen griechische Sonne im grauen Berliner Winter. Und Vitamine, klar. 

Das Marktlokal

Das Marktlokal

Das Markthallen Restaurant eröffnet als Marktlokal wieder seine Türen!
Wir freuen uns über neue Pächter und auf viele Abende an der Theke.

Treffen ein schwedischer Koch, ein Wochenmarkthändler aus Münster, eine Kommunikationsexpertin, ein Projektmanager und ein Berliner Veranstaltungskaufmann aufeinandner – entsteht ein Marktlokal

Nachruf Eva Muszynski

Nachruf Eva Muszynski

Die Kinderbuch-Illustratorin Eva haben wir im Sommer 2009 kennengelernt. Sie gehörte zu einer zunächst sehr kleinen Gruppe von engagierten Nachbar*innen, die sich Gedanken machten um die weitere Entwicklung der fast leeren, vor sich hindämmernden Eisenbahn-Markthalle. Ihr ging es darum, eine öffentliche Debatte über die Zukunft der Halle zu initiieren. Damals hatte der Senat beschlossen – ohne die Öffentlichkeit zu informieren – die Halle meistbietend zu verkaufen.
Wir organisierten daraufhin gemeinsam die ersten Informationstreffen in der Emmaus-Kirche und auf dem Lausitzer Platz und gründeten eine Anwohnerinitiative, die schnell wuchs. Nach den Protesten der Anwohner*innen gegen die drohende Übernahme durch eine Handelskette, u.a. durch ein Go-In beim Wirtschaftssenator unter Führung von Eva, schwenkte der Senat auf eine Neuausschreibung und ein Konzeptverfahren mit festgelegtem Verkaufspreis um. "Keine Discounter, keine Tiefgarage" – das waren die Forderungen an die Politik. Es ging darum, wieder kleine Standinhaber*innen wie noch in den 90ern und Anfang der Nullerjahre in die Markthalle zu bekommen.
Bis zur Neueröffnung im Oktober 2011 engagierte sich Eva durch die Irrungen und Wirrungen hindurch mit ihrer Inspiration, ihrem Fleiß und ihrer guten Laune für die alte Markthalle. Eva kannte jede und jeden in der Nachbarschaft und hatte Spaß daran, Dinge zu bewegen. So gehen auch die die Anti-Raser-Schwellen auf dem Lausitzer Platz auf sie zurück. In ihren Engagements war Eva sehr erfolgreich. Nun ist sie nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Diesmal haben wir eine Kerze für Dich angezündet, liebe Eva. Wir vermissen Dich und sind Dir sehr dankbar!

Willkommen Kantine Zukunft!

Willkommen Kantine Zukunft!

Currywurst aus Massentierhaltung? Weicher Nudeleintopf? Was gab es bei Eurem letzten Krankenhausbesuch zu Essen, woher kommt das Gemüse in der Betriebskantine, und schmeckt Euren Kindern der Mittagstisch in der Schule?

Eines ist klar: Von der KiTa bis zum Seniorenheim, von der Firma bis zur Freizeiteinrichtung, von der JVA bis zum Krankenhaus – überall speisen Berliner*innen in der Kantine. Und besonders gut und gesund ist das Essen selten.  Genau hier wird die Kantine Zukunft ansetzen und die Speisepläne gemeinsam mit den Küchen-Teams weiterentwickeln – individuell und sehr praktisch an der Kippbratpfanne und Schälmaschine. Seit einigen Monaten hat die Arbeit begonnen mit Pilotprojekten und den Köch*innen der Berliner Wasserbetriebe, BSR und BVG oder einer Kreuzberger KiTa. In den nächsten Jahren werden viele weitere Berliner Kantinen folgen. Die Kantine Zukunft Berlin ist ein zentraler Baustein einer Ernährungsstrategie für Berlin, das als erstes Bundesland in Deutschland dieses wirkungsvolle Instrument einer städtischen Ernährungspolitik entwickelt hat und seit 2019 umsetzt. Das Ziel ist ein nachhaltigeres urbanes Ernährungssystem, von dem alle Berliner*innen profitieren.

Wir sind froh, nun endlich einen institutionellen Bildungsträger in der Markthalle zu haben. Im August hat das Team um Philipp Stierand und Patrick Wodni seine Büros hier bezogen, Ende des Jahres werden die Schulungsküche und Seminarräume fertiggestellt sein. Unser Ziel ist es, dass diese Infrastruktur perspektivisch auch für weitere Bildungsangebote genutzt wird, nicht zuletzt für die Nachbarschaft.

Foto: Anika Mester

Kochschule Neun

Kochschule Neun

Mercimek Köftesi, Joghurtsuppe, das Mehrgenerationenhaus und 12 Senior*innen haben diese Woche den Auftakt unserer (neuen) Kochschule Neun gemacht! In den letzten Monaten haben unsere Köpfe und Töpfe gedampft, wir haben Pläne umgeschmissen und neue geschmiedet. Lange haben wir überlegt, was wir in den kommenden Monaten veranstalten können, wenn schon keine Großveranstaltungen. Und wir freuen uns, jetzt endlich loszulegen. Wir werden Brötchen backen, Butter schütteln, Pasta selber machen, fermentieren, in die Geheimnisse der Ratatouille eingeweiht, anatolisch, indisch und sardisch kochen, neue Menschen und neue Küchen kennenlernen. Mittelfristig ist es unsere Vision in der Markthalle ein breites Bildungsprogramm zu schaffen. Denn wir sehen Ernährungsbildung als elementar an, um eine nachhaltige Ernährungswende umzusetzen: Nur wenn wir die Zusammenhänge unseres Lebensmittelsystems besser verstehen – vom Korn bis zum Brot, vom Saatgut bis zum Teller – wenn wir von Klein an Kochen und gute Lebensmittel (lieben) lernen, können wir gemeinsam einen positiven Wandel voranbringen. Ganz konkret haben wir bis Ende des Jahres über 40 Veranstaltungen geplant – wöchentliche Kinderkochkurse mit Kreuzberger Grundschulklassen, interkulturelle Kochkurse mit Vereinen und sozialen Trägern aus der Nachbarschaft und unsere monatliche öffentliche Marktküche mit Köch*innen aus der Halle.
Die erste Marktküche findet bereits kommenden Montag statt! Und zwar mit Philipp von SoulSpice – und wie der Name verrät: Es geht um Gewürze! Lust dabei zu sein? Ein paar Plätze gibt es noch, meldet Euch einfach hier an! Wir sehen uns in der Kochschule!

Die "Kochschule Neun" wird im Rahmen der Ernährungsstrategie der Stadt Berlin von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gefördert und ist für alle Teilnehmer*innen kostenfrei. 

Auf die Straßen!

Auf die Straßen!

Der Sommer ist zurück! Und mit ihm eine gewisse Leichtigkeit nach all der Schwere der letzten Monate. Das bunte Leben kommt zurück in die Halle, die Tische füllen sich und es stapeln sich die Teller. Die Masken sind lange schon Teil unseres Alltags, nur dass wir jetzt auch wieder ein Lächeln drunter durchblitzen sehen. Mit der Rückkehr des Sommers kommt auch die Lust auf Sonne im Gesicht, Glas in der Hand und Bierbänke im Freien. Die großartige Aktion “XHain is(s)t draußen” des Bezirks macht's möglich: Ab jetzt verwandeln sich jedes Wochenende die Parkplätze vor der Markthalle in einen kleinen Biergarten. "Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bietet aufgrund der aktuellen Lage Gewerbetreibenden, Einzelhandel und sozialen Projekten an, Tische, Stühle und Auslagen temporär auf das Straßenland zu verlagern". Das haben sich einige unserer Gastronom*innen nicht zwei mal sagen lassen und haben sich die Biergarnituren geschnappt: Auf der Pücklerstraße findet ab diesem Wochenende immer freitags & samstags italienischer Aperitivo mit der Salumeria Italiana statt. Es gibt Friselle, Antipasti, Wein und Spritz zum kleinen Glück. Auf der anderen Seite, auf der Eisenbahnstraße, veranstalten Big Stuff Smoked BBQ und das Kaffee9 immer freitags & samstags bis Ende August von 18 - 22 Uhr ein BBQ-Dinner - am Sonntag von 10 - 15 Uhr gibt es ein köstliches Brunch Pop Up! Big Stuff heizen ihren Smoker in der Halle an und servieren ein paar ihrer Klassiker und neue Kreationen: geräucherte Snacks, deviled eggs, italienischen Panzanella mit Büffelmozzarella oder geräucherter Makrele und ihre berühmten BBQ-Platten - mit zart gegartem Fleisch, Fisch und Gemüse. Am Sonntag dann die frühstückliche Version des Ganzen – natürlich auch vegetarisch. Das Kaffee9 zapft passend dazu frisches Craft-Bier von Heidenpeters  und Motel vom Fass und mixt süffige Coffee-Drinks und Spritz!
Wie Christian Drosten so schön sagte: jetzt gilt es das Leben nach draußen zu verlagern! Insofern: Kommt raus und genießt den Sommer mit uns!

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