„Wir hatten ja nicht mal einen Plan A“

Wir in der Markthalle Neun sind noch immer ein junger Ort. Und wir fangen jeden Tag von Neuem an. Um so schöner ist es, plötzlich festzustellen, dass man an diesen fantastisch mürben Rinderrippchen nun schon seit fünf Jahren knabbert. Dass da ein Ort gewachsen ist und mit ihm unsere Halle, der längst für diese Stadt steht. Und wir auf ihn. Anna, Tobi und ihr Big Stuff Smoked BBQ sind in diesen Tagen exakt seit fünf Jahren in der Markthalle Neun. Kurz seien die Anfänge rekapituliert: Die beiden hatten diesen riesengroßen Südstaaten-Smoker aus New York mitgebracht und ihn gemeinsam mit der Idee, einen BBQ-Laden aufzumachen, in einer Garage in Spandau geparkt. Ob es denn einen Plan B gegeben hätte, wenn sie und die Markthalle sich nicht gefunden hätten? „Wir hatten ja nicht mal einen Plan A.“
Was dann kam, war Arbeit. „Diese Arbeit ist anstrengend, manchmal auch langweilig und sie steckt voller stupider Wiederholungen. Vor allem aber muss man viel davon gemacht haben , um sie wirklich gut zu machen“, sagt Anna Lai heute. Und auch, dass sie sich wundert, dass ihr gerade diese Routine so gefällt. „Unser Ziel war immer eine größtmögliche Konstanz“, ergänzt Tobias Bürger, „klar ist es immer geil, die Leute positiv zu überraschen. Aber sie zu enttäuschen, das geht gar nicht.“ Die Sardin und der Bayer, diese beiden Weltenbürger, hatten in diesem Sinne schon früh viele Stammkunden. Und sie waren immer für sie da. Einen einzigen Tag in fünf Jahren hatte ihr BBQ unplanmäßig geschlossen.
Geändert hatte sich ja dennoch viel. Aus der Idee wurde ein Unternehmen mit einem, auch das freut uns, fabelhaft konstanten Team in einer Branche, in der sonst so gerne rumgejobbt wird. Und dann war da plötzlich diese Bar, mit entdeckungsdurstigen Weinen und diesen selbstgemachten Limonaden. Ideen? Klar, die gibt es noch immer. Der Aperó in diesem Sommer war eine solche. Lässige, warme Abende abseits des Trubels eines Street-Food-Thursdays . Dass diese Ideen noch immer ihre Heimat in der Markthalle haben macht uns Lust auf eine gemeinsame Zukunft. Hunger darauf haben wir sowieso.