Viel Aufhebens machen

Wenn Raphael Fellmer über sein Unternehmenskonzept redet, nimmt er durchaus selbstbewusst den Begriff „Mainstream“ in den Mund. Das, was der 35-Jährige da aber, wenn schon nicht in der Mitte, so doch mittiger in der Gesellschaft implantieren will, hat für viele noch immer den Ruch allzu alternativer Lebensentwürfe: Lebensmittel retten, also damit kochen und davon leben, was andere – im großen Stil zumeist – wegwerfen würden. 313 Kilogramm sind das in Deustschland, pro Sekunde . Nun durchforstet Fellmer für seinen im vergangenen Jahr in Charlottenburg eröffneten „Supermarkt“ Sir Plus keine Müllcontainer. Ihm wird vielmehr angeboten, was auf den allzu oft durchrationalisierten Vertriebswegen nicht mehr vermarktbar wäre: Überproduktionen, Obst und Gemüse, was nicht den marktgängigen Vorstellungen entspricht oder auch Produkte, die so dann doch nicht auf den
Markt gekommen sind. Pesto, Müsliriegel, Gemüsepasten, sogar mit Bio-Siegel. Vor allem diese abgepackten Waren wird Sir Plus künftig bei uns freitags & samstags in der Halle anbieten. Und damit, wir geben es offen zu, auch eine Lücke schließen: zwischen all den frischen, lokal geernteten und produzierten Sachen, gibt es ja immer noch Lebensmittel, für die man dann doch in den (Bio-)Supermarkt muss. In diesem Sinne: Dieser Sir ist für uns tatsächlich ein Plus. Eine wunderbare Maßnahme gegen Surplus, den Überschuss also, ist es sowieso.