Trockene Fakten

Ja, es ist warm gerade. Zu warm. Unser komplettes Stadt Land Food Team ist schon zum Arbeiten in den Markthallenkeller gezogen. Nur ist es eben leider so, dass es so einfach nicht immer ist. Eigentlich ist es sogar viel, viel komplizierter. Es sind nur die Politik , der Bauernverband und all die Vertreter einer rationalisierten Landwirtschaft, die es sich gerade wieder einfach machen. Eine Milliarde Euro, so fordert es Bauernpräsident Joachim Rukwied, sollen da retten, was immer noch als Verkettung unglücklicher, ja zufälliger Umstände verkauft wird: die dramatischen Ernteausfälle aufgrund des seit Wochen, ja Monaten, ausbleibenden Regens. In dieser Stimmung erreichte uns Anfang der Woche ein Instagram-Post von unserem Markthallen-Bauern Weggun :
„Harvesting Triticale. Due to extreme drought it is only half of normal. Oats is completly lost. We are very lucky we can irrigate our berry plantation. And our chickens are laying eggs steadily. Thanks God we've got a diverse farm.“
Diversität, darum also geht es (uns). Um eine Landwirtschaft, die noch um Fruchtfolgen weiß und darum, wie synergetisch sich tierische und pflanzliche Erzeugnisse ergänzen. Man könnte jetzt sagen, ihr wieder, mit euren Bauernhöfen wie aus dem Bilderbuch. Was aber wäre zu schlecht daran, nicht alles auf eine Karte zu setzen? In diesem Zusammenhang sei noch auf Rainer Spiering, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, verwiesen, der den Forderungen des Bauernverbands am Montag eine Absage erteilt hatte: „Moderne Landwirtschaft begreift sich als Unternehmer in unserem Land. Wie jeder Betrieb ist sie damit unternehmerischen Risiken ausgesetzt.“ Wir teilen diese Aussage mindestens in so weit: Land- oder besser Naturwirte haben jede Unterstützung verdient, wenn und weil sie sich für eine intakte, eben diverse Land(wirt)schaft engagieren. Wer einzig an den Aktienmärkten gehandelten Energiemais „kultiviert“, mag noch seinen jährlichen
Mitgliedsbeitrag an den Deutschen Bauernverband überweisen. Landwirtschaft sieht in unseren Augen aber anders, vor allem immer wieder unterschiedlich, aus.