Süßes Handwerk von A bis Zimt

Naschen bis der Nikolaus kommt (und der Berliner Meisterkoch ): Unser Naschmarkt , Sonntag am 3. Dezember, 12-18 Uhr

Gewürze pointieren den Geschmack. Noch viel intensiver aber transportieren sie Assoziationen, speichern Erinnerungen und rufen sie wieder ab. Der Advent, und sowieso Weihnachten, schmeckt also nach Zimt. Grund genug, um auch den schon traditionellen Advents-Naschmarkt auf die Reise nach diesem Geschmack zu schicken. Nach Sansibar zum Beispiel, von wo der Zimt von Soul Spice , unseren Markthallengewürzhändlern kommt. Aber erstmal überhaupt: Zimt! Aristoteles erwähnte sagenhafte Zimtvögel, die aus den braunen Röllchen ihre Nester bauen würden. Tatsächlich handelt es sich beim Zimt um die Rinde des Zimtbaumes – ein Lorbeergewächs, das ursprünglich aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka stammt. Ceylon heißt deshalb auch der echte, fein nuancierte, ja blumige Zimt, während der billigere Cassia ein ziemlicher Aufschneider ist. Mehr über den Zimt – und den bitteren Nachgeschmack der Kolonialzeit – könnt Ihr hier erfahren. Mehr Zimt naschen könnt Ihr auf dem Naschmarkt auch und vor allem bei Lykke , Cookies & Co. (Bild), Tigertörtchen oder Sinn für die Sinne . Außer der (gebackenen) Reihe sei noch das geröstete Weihnachtsmüsli der Goldkörner erwähnt.
Was am besten schmeckt? Müssen wir glücklicherweise nicht beurteilen. Das übernimmt die Jury der Süßen Schnecke für uns. Neben der freigeistigen Patissière Kristiane Kegelmann und der Bloggerin Daliah Hoffmann (Mit Vergnügen) besteht diese vor allem aus Sebastian Frank , dem mit zwei Michelin-Sternen gewürdigten Gastgeber des Restaurant Horváth und diesjährigem Berliner Meisterkoch . „Kreativität durch Zensur“ hat dieser gerade auf seiner Homepage gefordert. Weniger ist also mehr. Was, gemessen an dem Palmöl-Schokoladen-Exzess in den Supermarktregalen, dann auch wieder wunderbar zu unserem Naschmarkt passt. Möge der Leckerste gewinnen.