Sagt doch einfach „die Markt“ dazu

Die Marktschereierin? Das sagt doch keiner. Aber Marktschreier sind bei uns in der Halle ja sowieso rar. Marktschreier machen für gewöhnlich viel Lärm um ihre eher durchwachsene Ware. Uns aber ist schon länger aufgefallen, dass die mit so viel Leidenschaft und Handwerk und Verstand hergestellten Produkte in unserer Halle oft von Frauen produziert und angebaut werden. An jedem der 52 Wochenmarktwochenenden. Dieses eine Mal aber, am Samstag nach dem in Berlin künftig zum Feiertag erklärten Internationalen Frauentag , wollen wir diesen wunderbar normalen Markthallenalltag dennoch ganz besonders feiern und den weiblichen Seiten unseres Marktgeschehens eine Bühne geben. Wir sagen einfach „die Markt" dazu.
Wer die Protagonistinnen sind? Grete Peschken beispielsweise, die es von Berlin nach Vorpommern verschlagen hatte, um ökologisches Saatgut aus vorwiegend alten Sorten zu kultivieren. Weil sie ihre Kinder aber nicht alle gleich aus dem Haus geben mag, ist Grete auch eine wahnsinnig, nun ja, kultivierte Gemüsegärtnerin. Das schätzen Berliner Lokalitäten wie das Nobelhart & Schmutzig oder das Tulus Lotrek . Wir sind gerührt bis geehrt, Grete auch zu unseren festen Händlern zählen zu dürfen. Oder Annette Zeller , deren Tortenmanufaktur auch dann eine Institution zu nennen wäre, wenn sie nicht schon seit dem ersten Tag zum Inventar der Markthalle Neun gehören würde. Daneben kommt mit Ava Celik und ihrer glutenfreien Bäckerei Aera aus der Fasanenstraße genauso ein ganz junges Unternehmen, zeitgenössisch im besten Sinne. Oder Walesca Frank , die biozertifizierte Sucuk wurstet. In der Uckermark. Von wegen metzgern sei doch eigentlich Männersache. Und weil die Dinge eben so oft ganz anders sind, als uns die ganzen Klischees und Schubladen weißmachen wollen, haben wir unserem Themenmarkt diesen eindrücklichen Namen gegeben: Die Markt. Klingt falsch, ist aber ganz und gar wichtig.