Rein ins Grüne

Unter dem Pflaster liegt der Strand? Ach was, viel besser: der Garten, der Acker, das Beet. Und zwar gleich hinter dem Leopoldplatz, Müllerstraßenkiez . Hier, wo der neue Wedding wird und der alte Wedding noch sein darf, wagen die Weddinger seit 2012 ein Experiment, wie es dieser Tage noch viel, viel mehr geben sollte: Ein Gemeinschaftsgarten, der die Menschen zusammenbringt und deren Vorstellungen von Stadt, Land und dem Leben. 300 Himmelgärtner und -gärtnerinnen sind es momentan, die in diesem interkulturellen Gartenprojekt ihre Hochbeete bestücken: In den Himmelbeeten soll mehr keimen als nur die Tomaten, der Pflücksalat, der Dill. Doch einfach ist das nicht, denn die Fläche ist begehrt und nun soll dort ein Fußballbildungszentrum für benachteiligte Kinder und Jugendliche entstehen und das Himmelbeet muss umziehen. Ende 2018 bekommen sie eine neue Fläche, darauf konnten sie sich nach langer Verhandlung mit dem Bezirksamt Mitte einigen. Wohin ist noch nicht klar, aber klar ist für die Himmelbeetler, dass diese Entscheidung nur unter Beteiligung der Nachbarschaft gefällt werden kann .
Bis dahin freuen wir, die wir nur zu Besuch sind, uns über die offene, niederschwellige Atmosphäre und über das Low-Waste-Café , das dort anfängt, wo wir alle aufhören sollten: beim Müll – sprich mit dessen Vermeidung. Essen, das möglichst unverpackt auf den Teller kommt, aus eigenem Anbau oder von Produzenten, die diese Haltung teilen. Dass der Lieferservice der Markthalle Neun da mit im Boot ist – Ehrensache. Wie das überhaupt eines der großen kulinarischen Themen (nicht nur) in Berlin werden wird: Wie versöhnen sich Gaumen und ökologischer Fußabdruck? So gesehen hat auch der Kopf etwas zu knabbern im Low-Waste-Café im Wedding.

Low Waste Café im Himmelbeet Gemeinschaftsgarten
Ruheplatzstraße 12, Wedding