Radtouren mit Sättingungsbeilage

Ihr werdet es bereits mitbekommen haben: In unserer Markthalle dreht sich vieles ums Essen. Manchmal essen wir aber auch gerne auswärts, zum Beispiel im Sommer in Brandenburg. Drei handwerkliche Ausflugstipps zwischen Störchen und Segelbooten und zwischen feinem Eis und Fine Dining.

Eine Radtour zum Eisrestaurant Kleinmachnow

Vielleicht habt Ihr Peter Klassen schon auf dem vergangenen Naschmarkt getroffen. Im Juni hatte er nämlich sein handwerkliches Eis aus Kleinmachnow mit nach Kreuzberg gebracht. Wir fanden das deshalb so toll, weil das Eisrestaurant Kleinmachnow keine dieser neuen, handwerklichen und kulinarisch ambitionierten Eismanifakturen ist. Sondern eine alte, handwerkliche, ambitionierte Eismanufaktur. Seit 1951 schon macht die Familie Klassen Eis. Und das so gut, dass sie auch in der DDR ein Familienbetrieb bleiben durften. Improvisationstalent war damals gefragt, gerade die Milch und selbst das Milchpulver waren oft Mangelware. Heute ist die Eisdiele in Kleinmachnow auch ein Restaurant. Wir empfehlen den Kaiserschmarrn, die Königsberger Klopse und eine Radtour entlang des Teltowkanals und über die im
Unterholz verstecke ehemalige Autobahnbrücke . Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Ziemlich toll essen in der Alten Überfahrt in Werder

Die verwinkelte Altstadtinsel von Werder ist ohnehin einen Ausflug wert. Um so mehr, seit Patrick Schwatke , schon im Kochzimmer in Beelitz einer der besten Köche Brandenburgs, hier eine historische Pension in bester Wasserlage zum Fine-Dining-Restaurant aufgewertet hat (Foto). Im Garten sitzen, auf den Anleger gucken und sich über Pulpo-Ravioli oder einen hausgemachten Barsch auf Pumpernickel freuen. Die Alte Überfahrt ist eine entschleunigte Entdeckung hinter dem Trubel der Millionenstadt. Und viel Geduld dem Fahrplan und dem Reisetempo der Stern-und-Kreis-Schiffahrt gegenüber auch auf dem Wasserweg erreichbar. Noch besser: selber paddeln.

Lokale Küche im Kleinen Haus in Linum

Lokale Küche im Kleinen Haus in Linum
Nein, einen Storch brät Frank Buhtmann nicht, im Storchendorf Linum. Seine Ein-Mann-Küche steht im Gegenteil für ein radikal ehrliches Konzept: kleine Karte, regionale Produzenten, einige von ihnen sind auch in der Markthalle Neun ein Begriff. Zur Wildbratwurst gibt es einen scharfen Kimchi-Graupen-Salat. Dreierlei von der Bete beweisen, das Buthmann auch ein Gemüseversteher ist. Wir empfehlen die Anreise mit dem Rad, etwa ab Hennigsdorf entlang des gut ausgebauten Rhinluch-Radwegs über Kremmen. Geöffnet ist immer ab Mittwoch.