Neue Körner braucht das Brot

Klar geht es uns ums Handwerk. Schließlich schmeckt es ja auch so gut, wenn ein Sauerteigbrot einen ganzen Tag lang gehen durfte. Wenn ein Brot ohne Treibmittel und andere lebensmittelchemische Zusätze im Ofen und nicht in einem Aufbackautomaten fluffig-kross gebacken wird und noch nach Tagen, ja einer Woche herrlich schmeckt. Gutes Brot braucht das Wissen von Bäckergenerationen und Zeit. Und genau jetzt ist es höchste Zeit, um über die Zukunft von gutem Brot nachzudenken. Wo man das macht? In Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg beispielsweise, wo sich ein David gegen den Saatgutmonopolisten Bayer-Monsanto stellt, deren Fusion in dieser Woche wohl endgültig "durchgewunken" worden ist. Und, ja, auch wir finden es spannend bis köstlich, in eine Kruste aus Dinkel , Emmer) und Einkorn , aus Urkörnigem und geradezu Nostalgischem zu beißen. Dieser David aber, die Getreidezüchtungsforschung Darzau forscht rein biologisch am genauen Gegenteil, an der Zukunft nämlich. An neunen Getreidezüchtungen, die kurzfristig etwa die Erträge auf den sandigen Böden Mecklen- und Brandenburgs stabilisieren und sich die mittel- bis langfristig der Frage stellen, wie bald zehn Milliarden Weltbürger ernährt werden sollen. Eines nämlich ist klar: Chemielandwirtschaft funktioniert nicht mehr , sie führt zu Artenschwund, Wasserverschmutzung, resistenten Schädlingen – und sie wird, lokal wie global, von immer weniger Menschen akzeptiert. Deshalb muss der Weg zur Ernährungswende eben ein Weg in die Zukunft werden. Auch darüber werden wir auf unserer Brotzeit reden: Wieso ein altes Handwerk neue Körner braucht.