Morgenstund hat vollen Mund

Klar, dass wir das sagen. Schließlich sind wir hierzulande ja davon überzeugt, es mit dem Frühstück, wenn auch nicht mit der Frühstückskultur, besonders ernst zu nehmen. „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettelmann“, sagt eine der bekanntesten kulinarischen Redewendungen. Und auch wenn der Bio-Chemiker Terence Kealey in einem passenderweise gerade heiß diskutierten Buch das Frühstück als „das neue Rauchen“ diffamiert, verweist eine ebenfalls aktuelle kanadische Studie, dass Schüler bessere Leistungen bringen und sozial verträglicher sind, wenn sie gut gefrühstückt haben. Dürfte bei uns Erwachsenen kaum anders sein. Immerhin geben laut einer Forsa-Umfrage noch gut 90 Prozent der Bundesbürger an, regelmäßig und unbedingt zu frühstücken. Wir schließen uns an und sagen darüber hinaus: Unbedingt nicht im Stehen, Gehen oder bereits vor dem Computerbildschirm.
Apropos Frühstücken wie ein Kaiser: Otto von Bismarck ließ sich nach Beobachtung seines entsetzten Hausarztes morgens bis zu sechzehn Eier schmecken. Er könne, so Bismarck, einfach keinen vernünftigen Frieden schließen, wenn er vorher nicht ordentlich gegessen habe.
In diesem Sinne: Warum man in Berlin gerade so wunderbar frühstücken kann und warum unser Breakfast Market diesen zeitgenössischen Geschmack einer auch in ihren Aromen gewachsenen Stadt unter einen Hut und in eine Halle bringt, davon erzählen wir in der kommenden Woche an dieser Stelle. Bleibt hungrig. Unbedingt.