Hunger auf Veränderung

Das Land Berlin hat seit rund zwei Jahren einen Ernährungsrat . Das finden wir gut. Nicht nur, weil unsere Markthalle selbst, als Idee wie in Persona Teil dieses Gremiums ist, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, diesen Paradigmenwechsel zu moderieren: Wie kommt die Großstadt, dieses Kind der Industrialisierung, weg von einer auf industrialisierten Prozessen basierenden Ernährungskultur?
Jetzt wurde ein Forderungskatalog vorgestellt, der diesen Weg beschreibt. Ernährungsdemokratie für Berlin heißt: Regionale Bioproduzenten fördern und für diese eine nachhaltige Logistik aufbauen. Lebensmittelverschwendung vermeiden, Geschmacksunterschiede fördern und den urbanen Raum selbst als Ressource für die Lebensmittelproduktion aneignen: Nahrung aus den Nischen. Darüber hinaus braucht Berlin einen Innovationscampus, der die cleveren, in die Zukunft weisenden Ideen rund um unsere
Ernährung fördert und vernetzt. Und hat einen klaren Bildungsauftrag: Das Wissen um unser täglich Brot gehört auf den Lehrplan der Schulen und in die Kindergärten. Und vor allem: Jeder hat eine gute, ausgewogene Ernährung verdient. Die Gemeinschaftsverpflegung (in Schulen, Kantinen, Mensen) sollte deshalb Vorbildcharakter haben. Und nicht zuletzt: Das alles muss auf administrativer Ebene klug vernetzt werden. Fördergelder für Projekte, die wirklich nach Morgen schmecken. Und kurze Wege, weil auch gutes Essen zumeist aus der Nähe kommt. Lest Euch das durch und teilt es mit allen, deren Hunger Euch wichtig ist.