Guter Jahrgang

Das war’s also, 2017. Mit Pauken und Trompeten oder besser mit Chormusik und Marktgesumme ist das Jahr mit großen Schritten seinem Ende entgegen gerauscht. Es war eines voller kulinarischer Neuentdeckungen und freudiger Wiedersehen. Ein Jahr, das gezeigt hat, dass das, was unser täglich Brot hier in der Markthalle Neun ist – die Produktion von und der Handel mit bäuerlich und handwerklich produzierten Lebensmitteln – längst Teil einer Bewegung ist. Die Appetit macht auf eine Alternative zu industrialisiertem und standardisiertem Geschmack. Die zeigt, dass die Antwort auf die Frage, wie unsere wachsenden Metropolen künftig satt werden wollen, nicht mehr Konzentration bei Konzernen und Tierfabriken sein muss.
Und so hatten wir in diesem Jahr Besuch von Menschen, die sich überall in Europa und darüber hinaus mit alten Rezepten und neuen Ideen für gutes Essen und gute Landwirtschaft einsetzen. Von Produzenten, wie Saveria Pozzuto , die in Apulien den Tomatenbauern faire Preise zahlt und daraus fantastische Tomatenkonserven macht. Von georgischen Winzern , die so außergewöhnlichen Naturwein machen, dass die französischen und spanischen Kollegen, ihren Nachwuchs in das alte Weinland zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus schicken. Von Bergkäsern wie Willi Schmid, die neben traditionellem Ur- und Bergkäse neue Sorten kreieren. Von der Schweizer Autorin Esther Kern, die in ganz Europa Rezepte für verschmähte Stängel,
Wurzeln, Blätter sucht und uns inspiriert hat, mit Berliner Köchen from leaf to root zu kochen. Von alten Freunden, wie Olaf Schnelle, der eben jene Stängel und Wurzeln jetzt nicht mehr nur in der Stadt Land Food Gemüse-, sondern gleich in der eigenen Werkstatt fermentiert . Von Bäckern , Metzgern , Floristen , Eismachern , Brauern und Kaffeeröstern .
Dass diese Bewegung im doppelten Sinne nachhaltig ist, freut uns besonders: Fünf Jahre ist es her, da haben Anna Lai und Tobias Bürger ihren Big Stuff Smoker , hat Johannes Heidenpeter seine Brauerei in die Markthalle gebaut. Essen ist Alltag, dass es für alle sichtbar wieder mitten in der Stadt stattfindet – jeden Tag, jedes Jahr – ist ein Erfolg. Es gibt noch eine Menge Teig zu kneten, aber zusammen mit Euch allen sind wir sind viele. Danke für ein tolles Jahr!