Gut aufgelegt

Gut Ding will Weile haben. 200 Stunden mariniert deshalb die Rinderbrust von Jörg Kinski, dessen Nachname einmal ein anderer war. Damals in Jena aber, als er erste Partys und dann einen Club und bald darauf Clubs mit recht gutem Essen gemacht hat, wurde er irgendwann Kinski genannt. Der Name ist geblieben und auch das Logo mit der Strichmännchenkatze , die einmal seine Oma gemalt hatte. Neu ist das Ladenlokal in der Gabriel-Max-Straße 17 in Friedrichshain, in dem es künftig saisonal belegte Sandwichs gibt, die doch viel mehr sind als nur belegte Brote. Wie gesagt: 200 Stunden lang wird die Rinderbrust (gemeinsam mit Kumpel & Keule hat Jörg dafür einen tollen Bauern gefunden) mariniert und anschließend 48 Stunden lang langsam
gegart. Das Fleisch zerfällt zwischen selbstgebackenem Sauerteigbrot, Raclettekäse aus dem Spreewald und allerlei Eingelegtem, Angemachtem und Gepickeltem. Dazu und danach gibt es Apple Crumble, geschmacksverdichtete Gemüsesuppen oder eine tatsächlich 99-prozentige Schokoladentarte.
Alles bei J.Kinski – bis auf die Fassbiere, zu denen auch eines der wunderbaren Motel Brewery gehört – ist sowieso biozertifiziert. Jörg hat es sogar geschafft, in Thüringen biozertifizierte Jalapeños aufzustöbern – die Chilischoten hat er gleich selbst anbauen lassen. Die Haltung ist auch ein Kommentar (ein genussvoller!) zur Street-Food-Szene, aus der ihr J.Kinski sicher bereits vom Street Food Thursday oder dem Stadt Land Food Festival kennt. Essen auf die Hand (wobei man im J. Kinski auch sehr geschmackvoll sitzen kann), aber mit Haltung und aus versierter Hände Arbeit. Wir finden: J. Kinski hat es drauf.

J. Kinski
Gabriel-Max-Straße 17, Friedrichshain
Mo-So 11-22 Uhr (Sa bis 23 Uhr)