Frische Ideen für einen Streichartikel

Mmmmh, Exquisa. Nichts schmeckt so wenig wie dieser. Womit das Dilemma der Frisch- und Streichkäse ja schon benannt worden ist. Als buchstäblich flüchtigste und vermeintlich schnell zu produzierende Käsesorte schien diese mit dem Quark verwandte Käseherstellung vollständig an die Industrie verlorene. Hauptsache fettig (und künstlich schaumig). Wobei spätestens mit den Körperkult- und Wellnesswellen der Nullerjahre den Frischkäsen auch das Fett ausgetrieben worden war.
Und nun das: Eine Scheibe Rustico (von Alfredo Sironi ), selbstgemachte Zwetschgenmarmelade von einem Baum in der Schorfheide und dazwischen: Frischkäse aus Baruth. Gemacht aus der unhomogeniserten Milch von Jersey Kühen . Und von Astrid Zand, der Stadtkäserin, die so heißt, weil sie Sachen mit der Milch und den handwerklichen Lebensmitteln aus Berlin nach Baruth geführt haben. Und jetzt, etwa zu Alte Milch bei uns in der Halle, wo es eben jenen Frischkäse gibt, zurück nach Berlin. Wo wir schon bei den Produkten sind: Bei Bert und Boni gibt es, glasflaschenweise, ihre Milch.
Aber eigentlich wollen wir ja über Geschmack reden. Über das Säuerliche, die dezente Süße, über das viskose Mundgefühl, die cremige, aber fluffige Textur. Kurz: Über ein Produkt, dessen Geschmack uns eigentlich nicht mehr auf der Zunge lag. Tolle Käse gibt es, zumal auf der Cheese Berlin , viele. Tolle, handwerkliche Frischkäse waren rar. Das die Stadtkäserin das geändert hat, ist wieder eine dieser schönen Geschichten, die das kulinarische Berlin gerade schreibt.