Erdleben statt Erdbeeren

An dieser Stelle erzählen wir Euch bis zum Stadt Land Food Festival im Oktober Geschichten von der Ernährungswende. Diesmal sozusagen im Wortsinne. Wir waren bei einem sehr guten Koch zu Besuch, der einmal im Januar vor aus Südafrika eingeflogenen Erdbeeren saß und sich dachte, dass er damit künftig nicht mehr arbeiten will.

Peter Fankhauser war schon mal Landesbester. Zweimal sogar. Schnellster Österreicher beim Wien Marathon. Und bester Pattisier der Alpenrepublik, ausgezeichnet für seine Arbeit im [Trofana Royal Ischgl(https://www.trofana-royal.at/gourmethotel-ischgl/martin-sieberer.html) , Haubenküche im Skigebiet, Erdbeeren im Januar. Genau das war das Problem. Also schon auch die Haubenküche. Vor allem aber die Tatsache, dass der Wareneinkauf und die Speisekarte eines der besten Restaurants Tirols so entkoppelt ist von der Region, der Saison und den Traditionen einer Region. Peter Fankhauser wollte das anders machen. Und läuft seitdem nicht mehr auf der Straße sondern in den Bergen, der Natur. Auf La Palma , in den Pyrenäen , in den Alpen natürlich. Vor allem aber kocht er nun radikal regional: zuhause im Zillertal und mit Produkten, mit Kräutern, Obst und ganz viel Gemüse aus dem eigenen Permagarten . „Gerade das Zillertal, der Alpenraum im Generellen, verkauft sich so oft als Klischee. Man wohnt in Hotels, die irgendwie alpin aussehen, wird bedient von Menschen, deren Jankerl irgendwie alpin aussehen und isst Speisen, die irgendiwe alpin aussehen. Wir wollten wirklich wissen, was uns diese Landschaft bringt und was wir gemeinsam mit ihr ernten können." Im vergangenen Jahr ist Peter Fankhausers Permagarten umgezogen . 3000 Quadratmeter Mutterboden gingen auf Reise, um nach vier Jahren nun dort Wurzel zu schlagen, wo der Koch im September sein
vegan-vegetarisches Restaurant eröffnen wird: Guat's Essen in Stumm im Zillertal. 45 Euro soll das fünfgängige Menü kosten und wenn die Gäste wollen, können sie auch beim Pflücken zuschauen, sagt der Peter Fankhauser, der selbst schon auch seinen Schweinebraten mag. Nur habe es davon in Tirol in den letzten Jahren schon genug gegeben.