„Einfach leben, damit andere überleben“

Die Mensa war schuld. Also das immens schlechte Essen. Weshalb Norbert Fischer also sein Müsli selbst gemacht und bald auch an seine Kommilitonen verkauft hat. Sackweise hat er die Zutaten dafür bei Rapunzel eingekauft, damals, als die Biobranche noch eine zarte, wild gewachsene Pflanze war. „Nur wollte ich nie ein Händler sein, ich wollte mich unmittelbar um die Produkte kümmern.“ Und so ist aus dem Student Fischer ein Lehrling geworden, auf Demeter-Betrieben hat er das Landwirt sein gelernt. „Damals war man da aber noch kein Auszubildender, man war ein Knecht.“
Wie es dann weiter gegangen ist? Mit zwei Schafen und einem Hektar Land, mit einem gepachteten Bauernhof ohne Warmwasser und mit Eisblumen an den Fenstern. „Einfach leben, damit andere überleben", erinnert sich Norbert Fischer an eine Lebenseinstellung, die immer auch eine politische war. Bis zu dem Punkt, an dem der alte gepachtete Hof an seine Grenzen kam und in Hohenlohe in eine eigene Käserei investiert werden musste. Man war also im Kapitalismus angekommen, was Norbert Fischer nur halb ironisch meint: „Früher habe ich Käse gemacht, heute muss ich Käse machen.“ Käse von 200 Schafen, die mehr Milch geben würden, würden sie weniger umherschweifen. Aber erstens ist die Milch so besser, aromenreicher. Und zweitens nimmt die Langenburger Schafskäserei auch die Sache mit der
Landschaftspflege ernst. Wir freuen uns über die Cheese Berlin hinaus, nun neben all den tollen Käsehändlern auch einen Käseproduzenten auf dem Wochenmarkt in unserer Halle zu haben. Und verraten gerne, dass die Schafe von Norbert Fischer wilden Oregano grasen. Ihr werdet es herausschmecken.