Die Ehrenrettung der indischen Küche

Die indische Küche in Deustchland – das war lange Zeit vor allem die Geschichte eine gescheiterten Transformationsleistung. Undefinierbare Hühnchenstücke in Sahnesaucen. Qualität wurde durch Quantität ersetzt. Viel und fettig. Und die, die sich auf das gute Essen besser verstanden, haben dann von ihren Tandoori-Chicken -Erlebnissen in London erzählt.
Künftig kann man auch in der Kienitzer Straße in Neukölln großartige Tandoori-Chicken-Erlebnisse haben. Das ist für uns nicht ganz neu, schließlich haben Zed Marke und sein Street-Food Konzept Moksa uns schon eine ganze Weile auf dem Street Food Thursday begeistert und wird es auch wieder am Sonntag bei der Breakfast Market Summer Edition tun. Wenngleich die indische Küche prädestiniert für die vibrierende Atmosphäre eines Food Markts ist, wurde es Zeit für ein eigenes Restaurant. So gesehen ist sie auch prädestiniert für Neukölln, auch wenn die Migrationsgeschichten hier andere sind. Die Migrationsgeschichte von Zed Marke geht ungefähr so: Aufgewachsen in einer indischen Familie in Kanada hat er in einer ganzen Reihe von mittelguten Berliner Fast-Food-Küchen gearbeitet, sich über zu viel Zucker und Aromazusätze geärgert, um dann 2015 für ein Jahr nach Indien zu gehen und genau zu verstehen, was er nun seine Küche nennt. Hähnchen, die für eine Woche marinieren. Fermentierter Knoblauch und fermentierte Zitrone. Und hausgemachte, tiefenaromatische Mango-Lassi. Zed Marke ist dabei ganz nah an einer sehr zeitgenössischen Produktküche und steckt dabei zugleich tief im Wissen um die indische Küchenkultur. Nur macht er daraus eben kein kulinarisches Klischee, sondern ein ganz auf die Aromen fokussiertes gegenwärtiges Lokal. Alle Speisen (alle Gerichte sympathische 8 Euro) gibt es auch zum Mitnehmen – etwa auf die nahe Thomashöhe .