Der Preis der Vernunft

Gutes, für Mensch, Tier und Umwelt faires Essen hat seinen Preis. Bei uns auf dem Wochenmarkt, am Marktstand der Wilden Gärtnerei haben Kartoffeln und Grünkohl, haben die unfassbar aromatischen Wildkräutersalate jetzt drei, nein inzwischen sogar vier Preise. So können sich noch mehr Menschen gute, ehrliche Lebensmittel leisten. Die Grundidee der Solidarischen Landwirtschaft – denn natürlich könnt Ihr auch Mitglied dieser SoLaWi werden – wird vielmehr nun auch auf dem Wochenmarkt erfahrbar. Und darum geht es: Die Bauernprodukte der Wilden Gärtnerei haben, wie gesagt, ihren Preis. Das sind 100 Prozent. Dieser Preis definiert aber nicht den Wert einer Ware, er definiert ihren Anteil am funktionierenden Wirtschaften der Wilden Gärtnerei. Deshalb nennt Roberto ihn, den „Bauernpreis“. Ursprünglich, also vor zehn Tagen, gab es am Marktsamstag noch zwei weitere Preiskategorien : 80 Prozent und 50 Prozent. Man kann nun also weniger bezahlen für das Gemüse der Wilden Gärtnerei – etwa, weil man selbst nicht so viel Geld für die eigene Arbeit bekommt. „Vertrauen“ benennt Roberto die Vokabel, die dieses buchstäblich solidarische Ackern trägt. Vertrauen als Ressource eines fruchtbaren Miteinanders. Am vergangenen Samstag kamen dann Kunden und haben nach einer vierten Preiskategorie verlangt: einem solidarischen Preis für die Solidarische Landwirtschaft: Wer künftig weniger den Produzenten als vielmehr seine Idee, dass sich alle gutes Essen leisten können sollten, unterstützen möchte, kann von nun an auch 110 Prozent zahlen. Er investiert in ein fantastisches, gelebt utopisches Experiment. Apropos gutes Essen: Zu den Kunden der Wilden Gärtnerei gehören etwa die saisonal-regionalen Spitzenlokale Nobelhart & Schmutzig und Einsunternull oder das wunderbare Michelberger Restaurant . Orte also, an denen nur 110-prozentige Qualität auf den Teller kommt.