Das ist Kunst, das kann man essen

Essen ist Handwerk. Besser gesagt: Es sollte immer Handwerk sein. Weshalb wir auch an dieser Stelle nicht vom Koch als Künstler reden. Kunst formt nicht einen Laib Brot, Kunst formuliert Gedanken, Betrachtungsweisen. Womit wir bei Kristiane Kegelmann angekommen wären, der Künstlerin, nicht der Pâtissière. Ihre skulpturalen Positionen haben einen süßen Kern. Und, ja, wir Betrachter sollen sie auch vernaschen. Aber das soll uns nicht satt machen, sondern fragend, staunend. Klar kämen da noch hin und wieder Anfragen, ob sie nicht doch auch ein, nun ja, schönes Dessert für ein Dinner gestalten könne, erzählt die in München geborene Kristiane Kegelmann, die Anfang des Jahres ihr Atelier in der Danziger Straße bezogen hat. Aber inzwischen hätten die meisten doch verstanden: Hier macht eine keinen Nachtisch, sondern sich Gedanken.
Am kommenden Sonntag, ab 17 Uhr, kann man die Arbeit der Kristiane Kegelmann live erleben. Und eben auch verzehren. Dreiunternull heißt die Ausstellung auch aufgrund Ihres Ortes, das radikal konzentrierte Restaurant einsunternull von Ivo Ebert und Küchenchef Andreas Rieger, nicht zuletzt auch Partner, ja Freunde der Markthalle Neun und unserer Produzenten. Das neben Kristiane Kegelmann auch noch der auch als Food-Schreiber präsente Thomas Platt , sowie der Social-Media-Künstler Stephan Porombka ausstellen, sei noch der Vollständigkeit halber erwähnt.