Brauereigaststätte, nur anders

Das BRLO Brwhouse am Park am Gleisdreieck habt Ihr ja vielleicht schon aus dem U-Bahn-Fenster gesehen. Eine temporäre Containerarchitektur, im Wortsinne bespielt vom Berliner Brauerei-Startup BRLO. Nun müssen wir nochmal über die Küche reden. Und über den Koch, der uns erstmals während seiner Pop-up-Dinner zu unserem Stadt Land Food Festival 2016 aufgefallen war: der gebürtige Berliner Ben Pommer , Künstlersohn, BWL-Abbrecher, später dann Koch unter drei Michelin-Sternen. Wichtig sind ihm regionale, handwerkliche Produkte, teilweise selbst gezogen im Indoor-Farming-Container hinter dem Restaurant – oder eingekauft beim Lieferservice der Markthalle Neun . Wichtig sind ihm die Teller, die er gemeinsam mit den Eltern, den Künstlern, selbst getöpfert hat. Das, was er darauf anrichtet, setzt auf viel Gemüse und starke (Röst-)Aromen. Der Blumenkohl wird im Ganzen gegart, die bunte Bete mit Hüttenkäse und Miso, die Urkarotte im eigenen Sud. Bauch vom Freilandschwein (ab 7 Euro) oder butterzarte Rinderrippchen (ab 6,5 Euro) könnten dazu geordert werden. Zudem stehen zwei kalte (!) Buletten auf der separaten Barkarte, eine schöne Reminiszenz an die (Berliner) Kneipenküche. Geschmacksinnvoll: das Food-Pairing-Brett mit fünf BRLO-Bieren, dazu etwa fermentierter Knoblauch (zum Porter) oder langsam gegarter Sellerie (zum Weizen). Da passiert was, im Mund und im Kopf.

Ben Pommer steht für eine junge Generation Küchenchefs, die die kulinarischen Hierarchien, in der Küche wie auf dem Teller, hinterfragt. Die von der Haute Cuisine gelernt hat – und vom Street Food. Die weiß, dass gutes Kochen immer mit der Qualität der Zutaten beginnt. Das BRLO Brwhouse wiederum steht bis auf Weiteres auch für den zentralsten Biergarten dieser Stadt. Biertrinken unter der Hochbahn. Mit einem Eisdielencontainer von Rosa Canina – lässig eben, aber mit echtem Geschmack.