Berlin schmeckt anders seitdem

Die Avantgarde zum Abendbrot. Ungefähr so hat sich das damals angefühlt, 2009, als in den Edison Höfen am damals noch nicht von Hochhäusern umrankten Nordbahnhof plötzlich dieses Reinstoff zum Dinner lud. Fine Dining als Autorenküche, das war noch neu in dieser plötzlich so hungrigen Stadt. Und der, der da so fabelhaft zeitgenössisch kochen sollte, hatte sein Handwerk gelernt. Daniel Achilles , geboren in Leipzig, war durch die klassische, also von Harald Wohlfart grundierte Schule einer präzisen Handwerksküche gegangen, ehe ihm in Langen bei Frankfurt plötzlich Juan Amador und damit das Ingenieurwissenschaftliche und gleichsam Spielerische der Molekularküche begegnen sollte. Im Reinstoff in der Schlegelstraße wurde noch ein dritter Einfluss wichtig, noch bevor dieser zum zentralen Geschmack des hochkulinarischen Berlins geworden war: die lokalen, unmittelbaren Aromen. Früh schon hatte das Reinstoff zwei Michelin-Sterne – den Weg dorthin kann man bis Mitte Januar im Menü Goldener Schnitt nachschmecken, mit dem sich sein Restaurant nach fast zehn Jahren verabschieden wird. Feine Kalbskutteln mit Räucheraal, Meerrettich und weißen Wurzeln. Heilbutt-Tatar mit Grünkohl und Birne.
Berlin habe sich verändert, vor allem habe dies der Kiez zwischen Chausseestraße und Nordbahnhof. Daniel Achilles und seine Frau Sabine Demel wollen sich auch künftig von Berlin inspirieren lassen, an einem neuen Ort, mit neuen Aromen. Diesen Sonntag ist Daniel Achilles, der in diesem Jahr auch als "Vorreiter der neuen deutschen Küche" als Berliner Meisterkoch gekürt wurde, Juror unserer Süßen Schnecke (http://naschmarkt-berlin.de/?p=855) . Gemeinsam mit Food-Reporterin Stefanie Hofeditz und Bloggerin Sophia Hoffmann wird er sich auf dem Naschmarkt am Sonntag auf die Suche nach dem besten Berliner Naschwerk begeben – worauf hiermit nochmals aufs Leckerste hingewiesen sei.

Reinstoff
Schlegelstraße 26c (in den Edison Höfen), Mitte
Di–Sa ab 19 Uhr, Fr & Sa auch 12-13.30 Uhr