Bauer sucht Börse

Eine Aktiengesellschaft, nur eben ganz anders. Denn diese Regionalwert AG ist tatsächlich ein Gewinn. Für Produzenten, für Konsumenten, für die Stadt, das Land und die Landwirtschaft. Die Idee: Jeder von uns kann in eine faire Landwirtschaft und in gute Produkte investieren – und zwar durch Bürgeraktien, die – mittelfristig – eine komplette regionale Wertschöpfungskette tragen. Eine Solidarische Landwirtschaft XXL gewissermaßen. Statt also nur einen Bauern, einen Bauernhof zu unterstützen (und quasi, so die Idee der SoLaWis, selbst Bauer zu werden) will die Regionalwert AG nicht weniger, als einen alternativen Wirtschaftskreislauf zu etablieren. So könnten sich etwa auch die Erzeuger und Produzenten untereinander in Regionalwert-Aktien bezahlen. Der Brauer den Bauern, der Gemüsehändler den Gärtner, der Gastwirt den Landwirt. Wächst das lokale
Netzwerk – ein erstes wurde vor zwei Jahren in und um Freiburg gegründet – wächst auch die Möglichkeit regionaler Betriebe, aus diesem Netzwerk heraus zu wirtschaften. Und damit innerhalb einer Gemeinschaft, die etwa bestimmte ethische und ökologische Grundsätze teilt.
Warum wir das erzählen? Weil sich in dieser Woche auch in Berlin und Brandenburg eine Regionalwert AG gegründet hat. Hervorgegangen ist sie aus dem Hof Apfeltraum , der ja eine zeitlang auch bei uns in der Halle verkauft hat. Wir werden in einem der kommenden Newsletter ausführlich mit Jochen Fritz, langjähriger Leiter der Kampgane „Meine Landwirtschaft“ über die Regionalwert AG Berlin-Brandenburg reden, zu deren Vorstand der Bio-Landwirt nun neben Initiator Timo Kaphengst gewählt worden ist. Bis dahin hoffen wir auf viele Konsumenten und Produzenten, die bald gemeinsame Sache machen.