Auf einen Schnaps mit: Franz von Stauffenberg

Franz von Stauffenberg entstammt einer berühmten Familie. Aber um Traditionen solls im Folgenden aus einer anderen Perspektive gehen. Von Stauffenberg, zuhause in Berlin-Mitte und im schwäbischen Jettingen, macht handwerklichen Gin und er brennt wunderbar geradlinige aromatische Obstbrände (die man etwa in der von uns sehr geschätzen Brasserie Ora kosten kann). Er brennt sie in einer mit Buchenholz befeuerten Destille. Auf die alte Art. Wobei die Tradition kein Marketinggag ist und auch kein konservatives Bewahren – sie ist ein Geschmacksträger. Ein Gespräch über die Stadt, das Land und das Handwerk.

Franz von Stauffenberg, Sie brennen mit Buchenholz in einem sehr rustikalen Ambiente. Gab es da in der Familie doch schon eine Brenntradition?
Das hat jetzt nichts mit Kitsch zu tun, aber es ist für mich sehr befriedigend mit den realwirtschaftlichen Produktionsprozessen so nahe wie möglich verbunden zu sein. Gebrannt wird hier in Jettingen schon seit 1732, aber ich bin modern und schaue nicht unbedingt nach hinten.

Was an Ihnen und mehr noch an Ihrem Gin und Bränden ist Jettingen, was ist Berlin. Was urban und was rural?
Im Neuen Museum hier auf der Museumsinsel steht eine Skulptur, eine Doppelherme, Seneca auf der einen Seite und Socrates auf der anderen. So fühl ich mich manchmal. Jahre war ich Künstler in der Stadt, nun bin ich auch Brenner auf dem Land. Es ist zwar kein 'Jetset', aber doch eine wiederkehrende Bahnreise von Berlin nach Jettingen und zurück.

_Wofür steht für Sie die Destille Berlin? _
Die Destille finde ich gut, sie sucht den Unterschied. Mit dem Brennen habe ich 2008 angefangen, weil ich einfach Brennen wollte und das mit den einfachsten Mitteln. Dass es dafür eine Bühne, ein Medium gibt, also die Destille Berlin, das ist schlichtweg eine tolle Entwicklung.

Den Gin und die feinen Brände von Franz von Stauffenberg könnt Ihr am 1. und 2. April auf der Destille erleben. Oder schon jetzt unter: www.stauffenberg-edelbrand.de